Das war die Silvesternacht in unserer Region

Region  Partys, Feuerwehreinsätze und Notrufe: so hat unsere Region den Jahreswechsel erlebt.

Vor den Schloss Arkaden gab es um Mitternacht ein großes Feuerwerk.

Vor den Schloss Arkaden gab es um Mitternacht ein großes Feuerwerk.

Unsere Region hat das Jahr 2018 überwiegend friedlich begrüßt. "Einen recht entspannten Jahresbeginn gab es für die Feuerwehren im Landkreis", sagt Andreas Meißner, Kreispressesprecher Nord im Landkreis Helmstedt. Auch die Polizei Salzgitter beschreibt die Silvesternacht kurz nach Mitternacht als unauffällig. In Braunschweig gab es einiges zu tun, aber es ereignete sich nichts außergewöhnlich Schlimmes, wie die Polizei gegenüber news38 mitteilte. Wir machen eine kleine Rundumschau:

Salzgitter

Ein 12-jähriges Mädchen ist im Salzgitteraner Stadtteil Thiede von einem Projektil getroffen und schwer verletzt worden: Mehrere Männer sollen in der Silvesternacht in umittelbarer Nähe mit Pistolenschüssen das neue Jahr begrüßt haben. Das Kind wurde im Oberkörper getroffen. Es musste in einem Krankenhaus notoperiert werden. Das Mädchen schwebt nach Auskunft von Salzgitters Polizeisprecher Matthias Pintak nicht in Lebensgefahr. Ein 68-jähriger Mann wird unterdessen am morgigen Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.

Die Polizei erfuhr erst im Krankenhaus von der Verletzung durch eine Waffe. „Danach lief umgehend der gesamte Polizeiapparat an“, sagte Pintak. Aufgrund von Zeugenaussagen ermittelten seine Kollegen zügig drei Tatverdächtige, die sich in der Nähe des Tatortbereichs aufhielten und nahm sie umgehend fest. Nach mehrstündigen Befragungen von Zeugen wie auch den drei Tatverdächtigen, ließ die Polizei am späten Montagnachmittag zwei Verdächtige gehen.

Der Bereich um die Diesterwegstraße, wo sich die Tat ereignete, war bis in die frühen Nachmittagstunden des Neujahrstages weiträumig abgesperrt. Die Polizei war noch in der Nacht mit Spürhunden angerückt, die nach Munition suchten. Nach Informationen unserer Zeitung fanden sich auf der Straße im abgesperrten Bereich rund um eine Sportsbar zahlreiche Patronenhülsen. Anwohner sagten gegenüber unserer Zeitung, dass ab kurz vor Mitternacht „herumgeballert“ worden sei. Einige Projektile sollen auch in angrenzende Häuser eingedrungen sein. Details dazu, welche Art von Waffen genutzt wurden, stehen noch nicht fest. Ebenso wenig, ob eine scharfe Waffe eingesetzt worden ist. Auch weitere Informationen zu dem 68-Jährigen sind derzeit nicht bekannt.

Bereits die Thieder Silvesternacht von 2016 auf 2017 hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Zwei ehrenamtliche Feuerwehrleute (33 und 28 Jahre alt), die nicht im Einsatz waren, wollten ihren Kameraden in der Nähe des Feuerwehrhauses zur Hilfe eilen und wurden verprügelt. Einer der beiden leidet bis heute unter den Spätfolgen. Unbekannte hatten ihm unter anderem mehrfach das Sprunggelenk gebrochen. Die Täter konnten nie ermittelt werden, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren im Mai ein.

Gifhorn

In der Nacht rückte die Feuerwehr unter anderem zu einem Feuer am Haus in der Neuen Dorfstraße in Triangel raus. In Isenbüttel in der Rosenstraße Ecke Bohlweg brannte ein Holzstapel am Haus.

Nachbarn meldeten am Neujahrstag gegen 7.30 Uhr einen Küchenbrand in der Ummerschen Heerstraße in Gamsen. "Bei unserem Eintreffen war die ältere Bewohnerin bereits aus dem Gebäude. Die Flammen schlugen aus der Haustür und der hinteren Tür zum Hof und Stallgebäude", berichtet Einsatzleiter und Ortsbrandmeister Uwe Reuß. Unter Atemschutz gingen die Feuerwehrleite vor und konnten nach einer halben Stunde den Brand löschen. Das Haus ist unbewohnbar, die Bewohnerin konnte erst einmal bei Nachbarn unterkommen.

Es wurde aber auch viel gefeiert in Gifhorn. Daniela Burucker hat die Gifhorner Silvesterpartys besucht und eine Bildergalerie erstellt:

Wolfenbüttel


Dreimal musste die Wolfenbütteler Feuerwehr während des Silvesterwochenendes ausrücken. In der Neujahrsnacht kam es in einem Mehrfamilienhaus in der Campestraße zu einem Wohnungsbrand. Die Wolfenbütteler Ortswehr rettete fünf Menschen aus dem verqualmten Gebäude. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Um 2.05 Uhr sei die Feuerwehr alarmiert worden, berichtet Sprecher Tobias Stein. Zwei Bewohner des Hauses seien nach Hause gekommen und beim Betreten der Wohnung Rauch bemerkt. Ein Schrank in einem Flur sei in Brand geraten.

Als die alarmierte Feuerwehr wenige Minuten später vor Ort gewesen sei, sei das Treppenhaus des Gebäudes bereits so verraucht gewesen, dass drei Bewohner der oberen Stockwerke das Haus nicht mehr über die Treppen verlassen konnten. Vier Trupps mit Atemschutzgeräten seien in das Haus vorgedrungen und hätten sie in ihren Wohnungen betreut. Zwei Bewohner des Erdgeschosses konnten das Gebäude mit Hilfe der Feuerwehr verlassen.

Die Wehr habe Lüfter aufgestellt, um den Rauch aus dem Gebäude zu blasen.

Das Feuer habe die Wehr schnell mit einem C-Rohr gelöscht. Laut Polizei ist der Brand vermutlich entstanden, weil zwei Bewohner abgebrannte Reste von Feuerwerkskörpern auf den Schrank gelegt hätten. Die Brandwohnung sei vorerst nicht bewohnbar.

Polizeieinsätze: Nicht immer ging es in der Silvesternacht friedlich zu. Die Polizei wurde im Kreisgebiet fünfmal wegen Körperverletzungen zu Hilfe gerufen.

Am Robert-Everlien Platz schlug ein unbekannter Mann eine Frau von hinten mit einem Ast nieder, berichten die Beamten. Das Opfers sei wegen einer blutenden Kopfplatzwunde im Klinikum ärztlich behandelt worden.

In Hornburg habe ein 48-Jähriger kurz vor 23 Uhr nach einem Wortgefecht seinem 49-jährigen Kontrahenten mit der Faust ins Gesicht geschlagen und anschließend zu Boden gestoßen.

In Kissenbrück gerieten gegen 2.25 Uhr zwei 26-jährige in Streit. Im Laufe der Schlägerei habe sich einer der beiden schließlich mit Pfefferspray zur Wehr gesetzt.

Am Krambuden in Wolfenbüttel eskalierte gegen 2.30 Uhr ein Streit zweier Männer. Einer der beiden schlug seinem 52-jährigen Gegenüber mit der Faust so heftig ins Gesicht, dass das Opfer zu Boden ging.

Um 4.45 Uhr kam es an der Kommissstraße wurde ein 45 Jähriger von mehreren Angreifern geschlagen. Das Opfer erlitt laut Polizei Schürfwunden im Gesicht und musste durch den Rettungsdienst ambulant behandelt werden.

Helmstedt

Silvester im Landkreis Helmstedt: Bei milden Temperaturen begrüßten die Menschen das neue Jahr mit einem farbenfrohen Feuerwerk und lauter Böllerei. Aus Sicht von Polizei und Feuerwehr verlief der Jahreswechsel ruhig.

Zwar verzeichneten die Beamten des Helmstedter Polizeikommissariats rund 30 Einsätze in der Nacht zu Neujahr, „doch das waren im Grunde alles vergleichbar harmlose Sachen, meist alkoholbedingt: Hier mal einen Streit schlichten, da mal einen übermütig Feiernden zur Ordnung rufen“, berichtet Hauptkommissar Thomas Wendt aus der Nachtschicht. „Die Schöninger haben sehr verhalten gefeiert“, lautet die Bilanz aus dem dortigen Polizeikommissariat, „wir mussten nur zu zwei Einsätzen raus.“ So stoppte eine Funkstreife gegen 1 Uhr einen 25 Jahre alten Schöninger, der mit seinem Fahrrad auf der Kreisstraße 63 in Richtung Schöningen derart in Schlangenlinien kurvte, dass er den gesamten Fahrstreifen in Anspruch nahm. Als der Alkoholtest 1,27 Promille ergab, räumte der 25-Jährige auch ein, zuvor zwei Joints geraucht zu haben. Zusätzlich stellten die Beamten fünf Gramm Amphetaminpulver und sieben Gramm Cannabisprodukte sicher. Nach zwei Blutproben wurde der 25-Jährige wieder entlassen. Er wird sich wegen Fahrens unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie Drogenbesitz verantworten müssen.

Mit rund zehn Silvestereinsätzen bewerteten die Beamten im Kommissariat Königslutter die Nacht ebenfalls als „relativ ruhig“.

Einen recht entspannten Jahresbeginn gab es laut Feuerwehr-Sprecher Andreas Meißner auch für die Feuerwehren im Landkreis. „Die ersten Einsätze, die vermutlich auf Feuerwerkskörper zurück zu führen sind, riefen noch am Sonntag die Einsatzkräfte auf den Plan“, berichtet er. So brannte in Lelm eine Hecke und zwischen Lauingen und Rieseberg loderten Verpackungsreste. „Der erste Einsatz im neuen Jahr kam acht Minuten nach Mitternacht für die Feuerwehr der Kernstadt Helmstedt. Es brannte eine Hecke in der Freiherr-vom-Stein- Straße.“

In Büddenstedt schlugen die Meldeempfänger der Feuerwehrleute um 0.13 Uhr an. Am Schützenplatz glimmte es in einem Baum. Bis 4.30 Uhr folgten noch vier Einsätze wegen brennender Mülltonnen oder Hecken für die Helmstedter Brandschützer und ein Einsatz in Saalsdorf, wo die Sirene direkt am Gerätehaus ausgelöst wurde.

Gegen 1.55 Uhr schlug die Brandmeldeanlage in der Helmstedter Marktpassage an – doch die Kontrolle der Feuerwehr ergab keinen Hinweis auf einen Brand.

„Insgesamt wurden im Landkreis Helmstedt neun Einsätze verzeichnet, die von den Einsatzkräften schnell gelöscht werden konnten“, bilanziert der Feuerwehr-Sprecher.

Braunschweig

Laut und fröhlich, aber auch weitgehend friedlich und ohne große Sachschäden zu verursachen feierten die Braunschweiger ins neue Jahr. Die Feuerwehr vermeldete eine verhältnismäßig ruhige Nacht; die Polizei derweil musste nach Angaben eines Sprechers nach Mitternacht vermehrt Streit schlichten. Mit steigendem Alkoholpegel stieg auch die Gewaltbereitschaft, und es kam zu einigen Körperverletzungen. Drei Betrunkene leisteten der Polizei Widerstand; ein Mann weigerte sich, als die Beamten ihn in Verhütungsgewahrsam nehmen wollten. „Wir waren aber gut aufgestellt“, betonte Polizeisprecher Andreas Szeppat. Vor allem rund um die Schlossarkaden waren viele Beamte – auch in Zivil – im Einsatz.

Wie unser Fotoreporter Guntram Jordan berichtet, hatten sich vor den Schlossarkaden viele Ausländer versammelt, die offenbar zum ersten Mal ein deutsches Silvester erlebten. Sie seien recht überrascht gewesen, wie laut es zum Jahreswechsel zugeht, hätten aber friedlich gefeiert.

Wind und Regen trieben die Braunschweiger nach Mitternacht in ihre Häuser zurück. Gefährliche Szenen hatten sich immer wieder ereignet, wenn der Sturm Flaschen umwarf, die als Raketenabschussrampen dienten, und die Feuerwerkskörper unkontrolliert über den Boden schossen. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers sei es jedoch nur vereinzelt zu Verletzungen gekommen.

Auch die Feuerwehr hatte es nicht mit größeren Bränden, sondern vor allem mit entzündeten Müllcontainern zu tun.

Der evangelische Landesbischof Christoph Meyns hatte in seiner Predigt zum Jahreswechsel auf den Zusammenhang von Besinnung und Nächstenliebe hingewiesen. „Es braucht Stille, um Gott zu begegnen“, sagte er am Silvesterabend im Braunschweiger Dom in Erinnerung an den von den Nazis ermordeten Theologen Dietrich Bonhoeffer. Dieser habe gemahnt, das Heil nicht bei politischen Führern, menschlichen Autoritäten oder in eigenen Anstrengungen zu suchen, sondern allein in der Begegnung mit Gott.

In Braunschweig wurde auch viel gefeiert. Unsere Fotografen waren auf den Partys unterwegs.