„Es fühlt sich gut an, Menschen zu helfen“

Braunschweig  Gemeinsam-Kandidaten 2017: Julia Swiatkowski ist erst 15, aber ein Vorbild für Engagement. Sie ist eine der Nominierten für den Gemeinsam-Preis.

Julia Swiatkowski mischt auch bei „Päckchen für Braunschweig“ kräftig mit und will das Projekt fortsetzen.

Julia Swiatkowski mischt auch bei „Päckchen für Braunschweig“ kräftig mit und will das Projekt fortsetzen.

Foto: privat

Am Gymnasium Raabeschule in Braunschweig gibt es eine AG, Sprachpaten, so heißt sie. Da geht es darum, Menschen zu helfen und sie ins Schulleben zu integrieren, Menschen, die vor Krieg und Not geflüchtet sind. Da ist Julia Swiatkowski (15) in ihrem Element. Wenn es darum geht, mit Sprachtraining zu coachen, ist sie immer gleich dabei.

Zum Beispiel auch beim Deutsch-Polnischen Hilfsverein Poldeh. Da hilft sie schon seit fünf Jahren als Sprachpatin, organisiert Geschenkaktionen und vieles mehr. Es geht natürlich auch um Unterstützung, Integration, Betreuung und Hilfe für die Familien. Gerade jetzt betreut Julia wieder eine neue Kindergruppe.

Sie ist in Braunschweig geboren, zweisprachig aufgewachsen. „Gerade in der Schule ist es doch wichtig, die Sprache zu können“, sagt sie. Sonst kommt man nicht klar. Deutsch? Polnisch? „Na, beides ist genauso schwer“, weiß sie – und gibt als Lieblings-Schulfach Englisch an.

Doch wenn man so engagiert ist wie Julia, dann kommt der Reporter beim Aufschreiben gar nicht hinterher. Was denn noch alles?

Na, die Päckchen müssen wir auf jeden Fall erwähnen. „Päckchen für Braunschweig“, das Projekt des Asta der TU, das treibt sie mit voran. Geschenke werden als Spenden gesammelt, verpackt – und an arme Kinder verteilt. Da wirbelt Julia auch kräftig mit der ganzen Klasse, mobilisiert die Schule. „Es gibt mehrere 1000 Kinder in Braunschweig, die an der Armutsgrenze leben“, weiß sie. Da muss man was machen. „Man denkt an sie, wenn man die Päckchen packt.“

Jetzt geht es vielleicht nicht mehr weiter mit „Päckchen für Braunschweig“. Das will Julia nicht akzeptieren. Sie lässt nicht locker, bis es gesichert ist, und es sieht gut aus, wahrscheinlich in Zusammenarbeit mit einem Jugendzentrum in der Stadt. So muss das sein.

Und dann ist da noch der Einsatz in der Kirchengemeinde in der polnisch-katholischen Mission, Einsatz für „Weihnachten im Schuhkarton“, immer wieder Sprachpatin, Integration von Schülern und Flüchtlingen und, und, und. Warum? „Ich kann wohl nicht anders. Es fühlt sich gut an, Menschen zu helfen“, sagt sie.

Und dann noch: „Mein persönliches Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich auf das Ehrenamt aufmerksam zu machen, zusammen Benachteiligten zu helfen – und das Leben miteinander vor allem durch Jugendliche zu gestalten!“ Jugendliche packen an wie Julia – genau richtig beim Gemeinsam-Preis. Sie ist eine junge Botschafterin für Engagement.

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