ICE wird weiter stündlich die Region anfahren

Braunschweig  Unsere Region behält ihr Fernverkehrs-Angebot. Das sicherte ein Bahn-Vorstandsmitglied in einem Brief an den Zweckverband Großraum Braunschweig zu.

Pendler Stefan Rühle wartet auf dem Wolfsburger Bahnhof auf einen Zug.

Pendler Stefan Rühle wartet auf dem Wolfsburger Bahnhof auf einen Zug.

Foto: Regios24/Joachim Mottl

Reisende in unserer Region waren beunruhigt: Wenn 2017 die neue ICE-Schnellstrecke von Berlin über Erfurt nach München in Betrieb geht, könnten Braunschweig und Wolfsburg das Nachsehen haben. Doch die Deutsche Bahn versichert nun in einem Schreiben an den Zweckverband Großraum Braunschweig, dass der Region auch künftig eine stündliche Anbindung an den Fernverkehr von Berlin Richtung Süden erhalten bleibt.

Es werde auf der Achse Berlin-Wolfsburg-Braunschweig-Frankfurt weiterhin ein stündliches Fernverkehrsangebot geben, heißt es in dem Schreiben von Fernverkehrsvorstand Andreas Busemann an Verbandsdirektor Hennig Brandes.

Dem Vernehmen nach soll es sich um eine ICE-Verbindung handeln und nicht etwa um IC-Linien, wie einige Reisende befürchteten. Der Berliner Tagesspiegel hatte Ende Juli berichtet, dass Fernzüge künftig nicht mehr am Bahnhof Zoo und am Ostbahnhof halten sollen – die ICE-Verbindungen von und nach Frankfurt würden ab 2017 den schnelleren Weg über die Neu- und Ausbaustrecke Erfurt/Halle einschlagen.

Brandes hatte aufgrund der Gerüchte einen Brief an Bahn-Chef Rüdiger Grube geschrieben mit der Bitte um eine verbindliche Auskunft. Die in dem Artikel genannte Führung der ICE-Linie 12 Berlin-Frankfurt-Basel ab Ende 2017 über Erfurt entspreche nicht den langfristigen Planungen, schreibt Busemann.

„Die klare Aussage des DB-Vorstandes beruhigt mich und sie entspricht auch den Gesprächen, die ich mit der DB in der Vergangenheit dazu geführt habe“, erklärt Brandes in einer Mitteilung.

Die Neubaustrecke über Erfurt ist derzeit das aufwendigste Verkehrsprojekt der deutschen Einheit. Die Reisezeit zwischen den Metropolen Berlin und München soll sich von heute knapp sechs auf vier Stunden verringern.

Wenn die Strecke in Betrieb genommen wird, werde der Fernverkehrsfahrplan für das Fahrplanjahr 2018 entsprechend angepasst, so Busemann. Sofern sich Änderungen für den Raum Braunschweig ergeben sollten, werde darüber informiert. „Wir sind uns dabei darüber im Klaren, dass die gute ICE-Fernverkehrsanbindung nach Berlin und Frankfurt für diesen wichtigen Wirtschaftsraum mit Braunschweig und Wolfsburg auch weiterhin gewährleistet bleiben muss, was im Übrigen die hohen Fahrgastzahlen belegen.“

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