VW baut Stromer ID.3 nun in Serie

Zwickau.  Das Werk Zwickau soll im nächsten Jahr 100.000 E-Autos produzieren, 2021 schon 330.000.

Ein Mitarbeiter arbeitet am Montageband für die Produktion des Elektroautos ID.3 an einem Fahrzeug.

Ein Mitarbeiter arbeitet am Montageband für die Produktion des Elektroautos ID.3 an einem Fahrzeug.

Foto: Jens Büttner / dpa

Nach vierjähriger Vorbereitungszeit hat am Montag im VW-Werk im sächsischen Zwickau die Serienproduktion des ID.3 begonnen. Der Kompaktwagen ist das erste Modell der rein elektrischen ID.-Fahrzeugfamilie der Marke VW. Das Auto ist ein Hoffnungsträger: Es soll der Elektro-Mobilität in Deutschland zum Durchbruch verhelfen und das Tor in eine sauberere Mobilität als bisher öffnen. Zu den Händlern kommt der ID.3 im Sommer nächsten Jahres, die Basisversion soll weniger als 30.000 Euro kosten.

Das Werk Zwickau, in dem aktuell noch der Golf-Variant gebaut wird, nimmt dabei eine herausragende Stellung ein. Es ist das erste Werk im VW-Konzern, das künftig nur noch Elektro-Autos produzieren soll. Ab 2022 sollen auch die Fabriken Hannover und Emden Stromer bauen. In Zwickau werden alle 8000 Mitarbeiter für die neuen Aufgaben geschult, dafür hat der Autobauer 13.000 Trainingstage eingeplant.

Allein in den Umbau der Fabrik in Zwickau investiert VW nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden Euro. Wegen der hohen Bedeutung des Standorts und des neuen Autos, waren gestern VW-Konzernchef Herbert Diess und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Produktionsanlauf dabei.

Schon im nächsten Jahr will VW in Zwickau 100.000 Stromer produzieren. Für den ID.3 liegen bisher nach Angaben des Autobauers mehr als 35.000 Bestellungen vor. Bis 2021 soll die Produktion in Zwickau auf jährlich bis zu 330.000 Autos hochgefahren werden. Dann sollen sechs E-Modelle für drei Konzernmarken gebaut werden. Bis 2028 will der VW-Konzern weltweit 22 Millionen E-Fahrzeuge ausliefern.

Für die Produktion der E-Modelle hat VW einen eigenen Baukasten entwickelt, den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB). Wie schon bei den anderen Baukästen für Verbrennermodelle werden Teile und Produktionsverfahren vereinheitlicht, um die Kosten zu senken. Komponenten für den ID.3 kommen auch aus den Werken Braunschweig und Salzgitter. Braunschweig fertigt Batteriesysteme, Salzgitter Komponenten für die E-Maschine.

Konzernchef Diess bezeichnete das neue Modell als „Meilenstein für unser Unternehmen auf dem Weg, bis 2050 klimaneutral zu werden“. Thomas Ulbrich, im Vorstand der Marke VW verantwortlich für die E-Mobilität, sagte: „Mit rund 1700 Robotern, fahrerlosen Transportsystemen und voll-automatisierten Fertigungsprozessen zeigt Zwickau, wie eine zukunftsweisende Volumen-Produktion von Elektroautos heute aussehen muss.“

Betriebsratschef Bernd Osterloh betonte, dass bei aller Aufmerksamkeit für das neue Modell nicht vergessen werden dürfe, dass die Bündelung der E-Mobilität in den deutschen Werken dem Einsatz der Arbeitnehmervertreter zu verdanken sei. „Wir haben auch dafür gesorgt, dass mit dem Umbau des Werkes Zwickau die größte Elektro-Qualifizierungsoffensive in der Branche einhergeht. So bleibt niemand auf der Strecke. Dieses gemeinsame Vorgehen für Top-Produkte und sichere Beschäftigung ist auch künftig unser Anspruch.“

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