Samstag startet die Ideen-Expo: Unternehmen suchen Nachwuchs

Hannover.   VW, Salzgitter AG, Nordzucker und Co. wollen die Fachkräfte von morgen für Technik und Naturwissenschaften begeistern.

Schüler an einer Plasma-Lampe.

Schüler an einer Plasma-Lampe.

Foto: Christina Lohner (Archiv)

Am Samstag öffnen sich zum inzwischen siebten Mal die Tore zur größten Jugend-Messe für Naturwissenschaften und Technik in Europa. 270 Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Schulen aus Deutschland laden dann in Hannover zum Experimentieren ein, bieten Workshops an und stellen Exponate aus. „Exponate sind das A und O der Ideen-Expo. Sie lebt von der Kreativität und vom Enthusiasmus unserer Aussteller und ihrer Auszubildenden“, sagt Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Mitveranstalters Niedersachsen-Metall. Dass das Konzept der Messe aufgeht, zeigen die Zahlen, sagt Niedersachsen-Metall-Sprecher Christian Budde. „Jeder zweite Besucher kommt mittlerweile von außerhalb unseres Bundeslandes.“

Zielgruppe sind Schüler von Jahrgangsstufe 7 bis 13

Weil der Fokus der Messe auf der Berufsorientierung liegt, schicken Unternehmen gerne ihre Auszubildenden zur Ideen-Expo, um das eigene Unternehmen zu repräsentieren. Sie berichten Kindern und Jugendlichen fast auf Augenhöhe von ihrem Berufsalltag. Denn auf der Expo sind zwar auch Schüler ab Klasse 5 willkommen, die Kernzielgruppe liegt allerdings in den Jahrgangsstufen 7 bis 13. „Unser Ziel bei der Ideen-Expo 2019 ist es, insbesondere Jugendliche anzusprechen, die bereits in der Berufsfindungsphase sind“, sagt beispielsweise Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen. Die Nachwuchsgewinnung stehe „nach wie vor“ ganz oben auf der Agenda im Handwerk. Auch Budde, der Sprecher des Arbeitgeberverbands Metall, sagt: „Der Fachkräftemangel schlägt mittlerweile voll durch und wird zu einer ganz maßgeblichen Herausforderung für unsere Unternehmen.“

Smartphone-Taschen aus Fahrradschläuchen

Auf der Messe will die Handwerksbranche zeigen, dass sie für alle Interessierten offen ist und „den richtigen Beruf oder Karriereweg bereithält“. Konkret bieten die Kammern auf der Messe Werkstätten an, in denen Schüler mit fünf verschiedenen Materialien arbeiten können. Sie schmieden beispielsweise Löffel aus Metall oder stellen aus Stoffen und Fahrradschläuchen Smartphone-Taschen her.

Aus unserer Region sind auf der Messe, die alle zwei Jahre stattfindet, mit beispielsweise der Autostadt, Nordzucker, Salzgitter AG und Volkswagen einige Unternehmen vertreten. Nordzucker baut dort eine Zuckerbärchen-Produktion auf und geht in Workshops außerdem der Frage nach, wie der Zucker eigentlich aus der Rübe kommt. Am Stand der Autostadt aus Wolfsburg geht es ums Löten und Programmieren: Kinder und Jugendliche können dort eine Modell-Ampel oder ein Modell-Auto zusammenbauen und codieren.

Salzgitter AG will ins Gespräch kommen mit „Mitarbeitern von morgen“

Ähnlich anspruchsvoll geht es am Stand der Salzgitter AG zu. Beim Stahlhersteller bauen Kinder und Jugendliche Roboter zusammen und programmieren sie oder fertigen alternativ Rosen aus Stahl. „Auf diese Weise kommen wir ins Gespräch mit den Jugendlichen. Sie sind unsere Mitarbeiter von morgen“, erklärt Michael Schneider, Leiter der elektrotechnischen Ausbildung bei Salzgitter Flachstahl. Volkswagen animiert junge Leute auf der Mobilitätsmeile unter anderem zu Videospielen: Sie nehmen Platz in einem echten VW und steuern mit Lenkrad, Gas und Bremse in einer virtuellen Fahrwelt mit drei Gegenspielern.

Die Technische Universität (TU) Braunschweig teilt sich den Stand mit der Kooperationsinitiative Maschinenbau (KIM), ein Netzwerk von 29 mittelständischen Maschinenbauunternehmen aus der Region Braunschweig. Dort werden Armbänder graviert, Spardosen mit Verschließmaschinen gefertigt und Einkaufs-Chips geprägt.

Am Stand der TU Clausthal-Zellerfeld können Schüler virtuell per Datenbrille in einem Elektro-Rennwagen durch einen Windkanal rauschen. Trotz Digitalisierung darf am Stand der Harzer Universität aber auch die menschliche Motorik nicht zu kurz kommen: Die wird in einem „Balanciertest rückwärts“ erprobt. Schüler können hier laut TU ihre Bewegungskoordination testen und vom Computer eine Fehleranalyse erstellen lassen.

Rahmenprogramm mit Konzerten und Bühnen-Shows

Neben den Angeboten der Aussteller und mehr als 700 Workshops findet während der neuntägigen Messe auch noch ein üppiges Rahmenprogramm auf dem Außengelände statt. Konzerte am Abend sollen junge Besucher anlocken, der Wissenschaftsmoderator Ranga Yogeshwar führt außerdem tagsüber durch verschiedene Bühnen-Shows. Einen Programm-Überblick erhalten Interessierte unter www.idennexpo.de. Recht hilfreich zur Orientierung ist dort der Punkt „Tagestipps“ – für den Auftakt am Samstag wird das Konzert von Bosse empfohlen.

Fakten:

Wann? Samstag, 15. Juni, bis Sonntag, 23. Juni, jeweils 9 bis 18 Uhr

Wo? Messegelände Hannover, Hallen 6, 7, 8 und 9 sowie Außengelände

Anfahrt: Vom Hbf Hannover zur Station Kröpcke laufen (5 Min.) und ab dort mit den Linien 6 oder 16 zur Station Messe/Ost fahren. Alternativ die S4 ab Hbf, Zielstation ist Messebahnhof Laatzen, von dort ca. 20 Min. Fußweg zum Eingang Süd. Eingänge Nord und West sind geschlossen. Bei Anreise mit dem Auto lautet die Navi-Adresse „Expo-Plaza Hannover“. Parkplätze sind kostenpflichtig.

Tickets: Der Eintritt ist frei

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder