Streik in Stahlindustrie: Protestaktionen in Salzgitter und Peine

Salzgitter.  Die IG Metall hat für Montag zu Warnstreiks in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen aufgerufen. Auch in der Region gibt es Kundgebungen.

Rund 500 Arbeitnehmer beteiligten sich an einer Protestaktion vor der Hauptverwaltung der Salzgitter AG in Drütte.

Rund 500 Arbeitnehmer beteiligten sich an einer Protestaktion vor der Hauptverwaltung der Salzgitter AG in Drütte.

Foto: Bernward Comes

Im Tarifkonflikt der Stahlindustrie hat die IG Metall für Montag zu Warnstreiks an allen Stahlstandorten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen aufgerufen. Bei ArcelorMittal in Bremen verließen einem IG-Metall-Sprecher zufolge etwa 1500 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze. In Georgsmarienhütte (Kreis Osnabrück) und Salzgitter demonstrierten gut 1000 Stahlarbeiter, rund 300 waren es bei der Peiner Träger GmbH.

Die Gewerkschaft will damit den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Das Angebot der Arbeitgeber für Lohnerhöhungen von 2,5 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten sei völlig unzureichend, kritisiert die IG Metall. Die Gewerkschaft fordert für die rund 72.000 Stahlkocher in den drei Bundesländern sechs Prozent mehr Geld.

Protestaktionen auch in Salzgitter

Auch in Salzgitter beteiligten sich rund 500 Arbeitnehmer an einer Protestaktion vor der Hauptverwaltung der Salzgitter AG in Drütte. Dort sprachen Matthias Wilhelm von der IG Metall, Vertrauenskörper-Leiter Niels Knierim und Jugendvertreter Tim Höwing. In Peine legten die Stahlkocher ebenfalls die Arbeit nieder. „Die heutige Aktion war nur ein Fingerzeig, um deutlich zu machen, dass wir für unsere Forderungen einstehen“, sagt Matthias Wilhelm, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter. „Wir sagen klar: Die Arbeitgeber müssen in allen Punkten unserer Forderungen nachlegen.“

Besonders umstritten ist die Forderung der Gewerkschaft nach einem Urlaubsgeld von 1800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Die Arbeitgeber haben für einen begrenzten Kreis von Mitarbeitern eine zusätzliche Zahlung von 600 Euro angeboten, die in Freizeit umgewandelt werden kann.

Bereits mehrere Warnstreiks

In der Tarifrunde hat es bereits mehrfach Warnstreiks in einzelnen Werken gegeben, an denen sich laut Gewerkschaft etwa 14.500 Beschäftigte beteiligt haben. Die für Montagabend vorgesehene fünfte Verhandlungsrunde wurde krankheitsbedingt abgesagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. pop/dpa

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