Gemeinde fordert Radweg von Groß Gleidingen nach Timmerlah

Vechelde  Die Kommune nimmt den tödlichen Unfall eines Radfahrers zum Anlass und ist bereit, für den Radweg zu zahlen.

Einen Radweg wünscht sich die Gemeinde Vechelde an der Landesstraße 473 von Groß Gleidingen nach Timerlah.

Einen Radweg wünscht sich die Gemeinde Vechelde an der Landesstraße 473 von Groß Gleidingen nach Timerlah.

Foto: Lukas Everling / regio-press

. In Alarmbereitschaft versetzt hat die Vechelder SPD-Ratsfraktion der tödliche Verkehrsunfall Ende Januar auf der Landesstraße 473 (L 473) zwischen Groß Gleidingen und Timmerlah (Braunschweig): Die Gemeindeverwaltung möge unverzüglich mit dem Land über den Bau eines Radwegs an dieser Landesstraße verhandeln – dieser SPD-Antrag hat im Vechelder Verwaltungsausschuss (VA) überparteiliche Zustimmung gefunden.

Vor rund drei Wochen hat ein Kleintransporter auf der Landesstraße einen 72 Jahre alten Radfahrer aus Groß Gleidingen erfasst; der Ruheständler starb trotz notärztlicher Behandlung noch an der Unfallstelle (wir berichteten im Braunschweiger Lokalteil). Für den VA steht fest: Wenn es an der L 473 einen Radweg gegeben hätte, wäre es zu diesem Unglück nicht gekommen. „Bereits vor einigen Jahren hat sich an dieser Landesstraße schon einmal ein tödliche Unfall ereignet“, erinnert sich Vecheldes Bürgermeister Ralf Werner – die Rede ist davon, dass dies vor rund zehn Jahre geschehen ist.

Zuständig für den Bau von Radwegen an Landesstraßen ist das Land: Es müsste solche Vorhaben also eigentlich auch selbst bezahlen. Aufgrund der leeren Kassen finanziert das Land aber nur noch Radwege mit höchster Priorität, ansonsten lässt es

nur „Gemeinschaftsradweg“ bauen – das heißt: Das Land und die jeweils betroffenen Kommunen teilen sich die Baukosten, den erforderlichen Grunderwerb und die Planungskosten haben die Kommunen ganz zu bezahlen.

Bei der L 473 wäre die Gemeinde Vechelde zu so einem Gemeinschaftsradweg bereit: Somit hat der VA Bürgermeister Ralf Werner beauftragt, mit dem Land – in diesem Fall mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel – zu verhandeln, um den Gemeinschaftsradweg von Groß Gleidingen nach Timmerlah an der L 473 „schnellstmöglich zu realisieren“.

Außer der Gemeinde Vechelde und dem Land ist auch die Stadt Braunschweig beteiligt: Aus dem Bezirksrat Timmerlah-Geitelde-Stiddien will Werner aber Signale erhalten haben, wonach dieses Gremium den Bau des Radwegs ebenfalls befürwortet – eine Entscheidung des Rats der Stadt Braunschweig steht allerdings noch aus.

So lange will die Gemeinde Vechelde aber nicht warten und schon jetzt wegen des rund zwei Kilometer langen Radwegs an einer Seite der Landesstraße von Groß Gleidingen nach Timmerlah bei der Landesbehörde vorstellig werden. Zwar nennt der VA in dem einstimmig beschlossenen Antrag ausdrücklich die Möglichkeit, den Gemeinderat „umgehend“ um die Bereitstellung der notwendigen Gemeindegelder zu bitten – „soweit die Verhandlungen mit der Landesbehörde für Straßenbau das erforderlich machen“. Doch so weit ist es noch lange nicht – denn mitspielen müssen ja nicht nur Vechelde, sondern auch Braunschweig und das Land.

Feststeht auch: Da der gewünschte Radweg zum Großteil auf Braunschweiger Gebiet, müsste diese Stadt bei dem kommunalen Anteil für das Projekt auch mehr Geld locker machen als Vechelde. Als Gesamtkosten für den Radweg (Planung/Grunderwerb/Baukosten) ist ein sechsstelliger Euro-Betrag im Gespräch.

Unabhängig davon fordern sie in Groß Gleidingen schon seit Jahren eine Querungshilfe auf der Timmerlaher Straße (Landesstraße 473) zum Schutz der Fußgänger, weil auf dieser Straße gerast werde. Bislang ist dieses Vorhaben am Veto des Landes gescheitert – aber die Hoffnung ist, dass nunmehr auch hier möglicherweise Bewegung in die Sache kommt.

Ebenfalls seit Jahren wünscht sich die Gemeinde Vechelde auch einen Gemeinschaftsradweg an der L 473 vom Abzweig L 475 über Wierthe und Sonnenberg nach Groß Gleidingen – vergeblich, obwohl die Gemeinde ihren Anteil an den Ausgaben sofort bereitstellen würde. Aber das Land sieht sich bislang nicht in der Lage, ihren Anteil zu finanzieren.

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