Splitt geht als Vechelder Gemeindebrandmeister von Bord

Vallstedt  Der Vallstedter kandidiert nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr: Zwei Interessenten ringen um seine Nachfolge.

Mit Leib und Seele Feuerwehrmann: Peter Splitt aus Vallstedt.

Mit Leib und Seele Feuerwehrmann: Peter Splitt aus Vallstedt.

Foto: Privat

. Zum Kaffee gibt es (gesunde) Hafermilch, auf dem Sessel hat es sich die Katze gemütlich gemacht, und auch der Hund hat sich inzwischen wieder beruhigt: Bei Peter Splitt zu Hause in diesem rustikalen mehr als 200 Jahre alten Fachwerkgebäude in Vallstedt dreht sich nicht immer nur alles um die Feuerwehr. Zumal es an dem Wohnhaus gefühlt immer etwas zu tun gibt – Gott sei Dank ist Splitt handwerklich geschickt.

Geschick – das ist es auch, was Peter Splitt als Vechelder Gemeindebrandmeister braucht. Nach zwei jeweils sechsjährigen Amtszeiten endet sein Dienst aber auf diesem Posten am 31. Mai – nach dann zwölf Jahren als Gemeindebrandmeister, denn für diesen Posten stellt er sich nicht erneut einer Wiederwahl. Im Jahr 2007 – zu seinem Amtsantritt – hat Splitt einen genauen Plan gehabt, was er erreichen wollte: „Und der ist nun abgearbeitet – das haben wir alle gemeinsam erreicht“, stellt der verheiratete Familienvater sichtlich zufrieden fest. Ruhigen Gewissens kann er sich also als Gemeindebrandmeister zurückziehen.

Bei Freiwilligen Feuerwehren wie der in Gemeinde Vechelde allgegenwärtig das große Thema: die Tagesalarmsicherheit, also die Notwendigkeit, auch tagsüber – wenn die Feuerwehrleute (außerhalb) ihrem Beruf nachgehen und nicht vor Ort sind – in den Ortschaften genügend Kräfte zu haben für die Einsätze, also Brände löschen oder bei Verkehrsunfälle helfen. Um das zu erreichen, wurden Feuerwehren zusammengelegt. „Bei meinem Amtsantritt 2007 hatten wir in der Gemeinde noch 17 Ortswehren, nun sind es 13“, erinnert sich Splitt: „Wir hatten Anfragen aus ganz Deutschland von Leuten, die wissen wollten, wie wir die Zusammenlegungen geschafft haben.“ Viele Gespräche waren bei diesem brisanten Thema nötig, Überzeugungsarbeit – auch Geschick, Verhandlungsgeschick. „Wir haben genau geguckt, was passt zusammen?“, erinnert sich Splitt. Letztlich sei das Ergebnis gewesen: „Alle sind gestärkt aus den Zusammenlegungen herausgegangen.“ Und dennoch: „Es hat wegen der Zusammenlegungen auch Austritte gegeben“, räumt Splitt ein. Deren Argument sei gewesen: „Wir verlieren das Feuerwehrhaus im Ort.“ In der Folgezeit seien aber diese Mitgliederverluste wieder „mehr als ausgeglichen worden“.

Darüber hinaus haben sich im Gemeindegebiet inzwischen vier Löschbezirke (Nord/Süd/Ost/West) gebildet – der Hintergedanke: Wenn in einem Ort in einem der Löschbezirke ein Einsatz ist, werden alle Ortswehren aus dem jeweiligen Bezirk alarmiert – auch hier geht es darum, tagsüber schlagkräftig zu sein. „Jeder Aktive aus dem Bezirk muss dabei mit jedem Fahrzeug und allen Geräten – etwa bei Autounfällen mit der Rettungsschere – umgehen können“, gibt Splitt, der bei VW in Salzgitter in der Werkstechnik arbeitet, als Devise heraus. Weiter: „Bei uns ist jede Ortswehr wichtig – jede hat ihre Aufgabe.“ Dies alles und dazu die Haltung der Gemeinde Vechelde, immer wieder für eine Topausrüstung zu sorgen, führe zu „motivierten Feuerwehrleuten“.

Zu einer schlagkräftigen Feuerwehr gehört aber auch gute Nachwuchsarbeit: So bezeichnet Splitt die Kinderfeuerwehren – „die in Vallstedt/Alvesse war ist die erste kreisweit“ – als „Erfolgsmodell“. „Unsere Ortsfeuerwehren sind im Übrigen sehr kreativ in der Mitgliederwerbung“, lobt der 57-Jährige.

Mit Unverständnis und Entsetzen allerdings verurteilt der Feuerwehr-Chef das zunehmende Fehlverhalten bei Feuerwehreinsätzen. „Wenn wir beispielsweise wegen eines Verkehrsunfalls eine Straße sperren, tun wir das nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil es notwendig ist“, stellt Splitt fest: „Mir ist völlig unverständlich, warum das immer mehr Autofahrer nicht verstehen wollen.“

Im Februar wählen die Ortsbrandmeister und ihre Stellvertreter aus dem Gemeindegebiet den neuen Gemeindebrandmeister: Nach heutigem Stand gibt es zwei Kandidaten, so dass eine (geheime) Kampfabstimmung ansteht. Die sechsjährige Amtszeit des neuen Gemeindebrandmeisters beginnt am 1. Juni.

Mit 18 Jahren – also mit der Volljährigkeit – ist Peter Splitt gegen den Widerstand seines Vaters in die Feuerwehr eingetreten. Und nun soll mit allem Schluss sein? Keineswegs: Denn Splitt bleibt Kreisausbilder Gefahrgut/Grundlehrgang, und er bleibt auch im Katastrophenschutzstab des Landkreises Peine als einer der Fachberater Brandschutz. Zudem er bewirbt sich um die Nachfolge von Martin Ahlers (Wendeburg) als Abschnittsbrandmeister im Abschnitt Ost. Der Feuerwehr geht Splitt also keineswegs verloren.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder