Ein Organist mit frischem Spiel

Vechelde  Der Berliner Erik Hoeppe gab ein Konzert in der Kirche St. Gereon.

Unter dem Titel „Swinging Organ“ hatte der Förderverein der Kirche St. Gereon in Vechelde den Berliner Organisten Erik Hoeppe zu einem hörenswerten Konzert eingeladen. Es erklang eine Mischung aus Altbekanntem, Neuem und Unterhaltsamen, die Hoeppe dramaturgisch reizvoll platziert hatte.

Er ist ein Organist, der sich nicht scheut Modernes auszuprobieren, um auch neues Publikum in Orgelkonzerte zu bringen. Und so hörten rund 50 Zuhörer ein etwas über einstündiges Konzert, das Hoeppe mit dem „Halleluja“ von Händel eröffnete. Sein Spiel klingt, das wurde hier schon deutlich, frisch und unverbraucht.

Auch Bachs Kantate „Jesu meine Freude“ erklang in aller Einfachheit. In einem modernen Arrangement von Liselotte Kunkel spielte Hoeppe Bachs Badinerie nach BWV 1067. Und auch Bachs „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ stellte Hoeppe romantische und zeitgenössische Interpretationen von Max Reger und Liselotte Kunkel zur Seite. Lässt Bach das Ende von der Tonart her offen, wendet es Reger am Ende des schönen Klangs wegen nach Dur und bei Kunkel beginnt es swingend wie im Original in Moll und endet auch so. Hoeppe spielte eindrucksvoll und spannend diese Unterschiede heraus.

Das bekannteste Werk des französischen Komponisten und Organisten Léon Boëllmann ist seine Suite Gothique, die Hoeppe mit Virtuosität und Musikalität spielte. Aufhorchend der tänzerische Rhythmus im „Menuet Gothique“, der weihevolle Klang des dunkel klingenden Satzes „Prière à Notre-Dame“ und die Strenge der Toccata mit erlösendem Schluss.

Im folgenden Teil dann Unterhaltungsmusik, zum Teil für elektrische Orgel komponiert, hier virtuos umgesetzt von Hoeppe auf der Hillebrand-Orgel in St. Gereon. Darunter Paul Desmonds jazziges „Take 5“, das spontanen Applaus erhielt. Es folgte das an den Film „Der Fluch der Karibik“ erinnernde „He’s a pirate“ von Klaus Badelt.

Abschließend das swingende „Annodazumal“ von Thomas Roß, das dem Bewegungsdrang des Publikums freien Lauf ließ. Begeisterter Applaus brandete dem fabelhaften Organisten für seine frischen Interpretationen entgegen.

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