Lengede – Fuhse und Mühlengraben werden umgebaut

Lengede.  Die Arbeiten am Kaskadenwehr in Lengede werden zu 90 Prozent von Land und EU getragen. Neuer Lebensraum für Fische, Amphibien und Insekten entsteht.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (links) lobte den Unterhaltungsverband für sein reges Engagement. 

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (links) lobte den Unterhaltungsverband für sein reges Engagement. 

Foto: Udo Starke

In der Gemeinde Lengede wird seit jeher der Blick für Natur, Wälder und Landwirtschaft geschärft. Das bestätigte Bürgermeisterin Maren Wegener am Donnerstag beim offiziellen ersten Spatenstich für den Gewässerumbau am Kaskadenwehr in Lengede. Der Unterhaltungsverband „Fuhse-Aue-Erse“ baut dort nach jahrelanger Planung die Fuhse und den Mühlengraben um. Die Maßnahme soll im Oktober dieses Jahres fertiggestellt sein.

Ziel des Projektes ist es, die „Störstelle“ der Gewässerdurchgängigkeit zu beseitigen. Mit dieser Baumaßnahme wird eine 700 Meter lange Umgehung errichtet. Das Kaskadenwehr soll an sich erhalten bleiben und der Hochwasserabfluss verbessert werden.

An einem Strang gezogen

„Das Projekt konnte nur realisiert werden, weil das Land Niedersachsen, der Landkreis Peine und die Gemeinde Lengede mit dem Unterhaltungsverband „Fuhse-Aue-Erse an einem Strang gezogen haben“, sagte der stellvertretende Verbandsvorsteher Gustav Kamps während der Begrüßung von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, Maren Wegener und Landrat Franz Einhaus.

Man sehe an dieser Maßnahme, dass „zu unserem Aufgabengebiet nicht nur die Gewässerunterhaltung, sondern auch die nachhaltige Gewässerentwicklung“ zähle. „Wir agieren seit Jahrzehnten erfolgreich im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft, Umweltschutzverbänden und Behörden“, verdeutlichte Kamps.

Förderbescheid für 2020

„Letztendlich erhielt der Unterhaltungsverband erst für 2020 einen Förderbescheid für diese Maßnahme“, sagte Landrat Franz Einhaus. Da der Landkreis Peine diese Auenentwicklung gewünscht habe, werde er sich auch an der Finanzierung beteiligen. Die Gesamtkosten der Arbeiten von rund 500.000 Euro werden zu 90 Prozent vom Land und der EU getragen und zu zehn Prozent gemeinsam vom Landkreis Peine und dem Unterhaltungsverband.

Die Kernbotschaft ist laut Minister Lies, dass die Umsetzung ohne Partner nicht möglich gewesen wäre. „Bei der Finanzierung in Niedersachsen sind EU-Mittel unverzichtbar. Dafür brauchen wir Unterstützung. Wir sind dabei auf einem guten Weg“, machte Lies deutlich und ergänzte, dies sei eine große Herausforderung. Deshalb müsse man auch die Unterhaltungsverbände stärken und weiter unterstützen. Wichtig sei es, dass politische Gremien gemeinsam an einem Strang zögen. Mit der Kommune und dem Landkreis habe man starke Partner.

Hand in Hand mehr als ein Zeichen

„Mit diesem Projekt setzen wir Hand in Hand mehr als nur ein Zeichen. Schon lange entsprach das Kaskadenwehr nicht mehr den aktuellen Anforderungen wie Hochwasserschutz und dem ökologischen Gedanken“, unterstrich Maren Wegener.

Das Wehr verhindere aktiv den Aufstieg der Fische in den oberen Lauf der Fuhse. Die Maßnahme schaffe neuen Lebensraum für Amphibien, Fische und Insekten, so Wegener weiter. Auf dem Areal werde man durch die neu geschaffenen Überschwemmungsbereiche einen guten Start in das Hochwasserschutzprogramm an der Fuhse, Aue und Erse haben.

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