Himmelfahrt mal anders – Fürstenauer Holz beliebtes Ziel

Peine.  Laut Polizei ist es am Feiertag ruhig geblieben. Vielerorts im Kreisgebiet haben sie Gottesdienste unter Corona-Auflagen gefeiert.

Viele Radfahrer nutzten das tolle Wetter für eine Tour durch das Fürstenauer Holz. 

Viele Radfahrer nutzten das tolle Wetter für eine Tour durch das Fürstenauer Holz. 

Foto: Harald Meyer

Keine Horden mit Bollerwagen zu sehen, keine „Alkoholleichen“, auch keine Rudel an Fahrradfahrern, sondern nur in überschaubaren Gruppen: Bei der üblichen Tour unserer Zeitung durch den Landkreis Peine hat sich am Himmelfahrtstag ein besonderes, aber schönes Bild gezeigt – mit Blick auf die Corona-Pandemie ist es deutlich ruhiger und gesittet, mit mehr Abstand zugegangen.

Auf der Grünfläche am Seniorenheim in Handorf haben sie normalerweise zu Himmelfahrt Getränke- und Bratwurstbuden aufgebaut, Party pur ist angesagt: Normalerweise, aber was ist in dieser Zeit noch normal? Jedenfalls zeigt die Grünfläche diesmal nur eines – gähnende Leere, Stille ist angesagt. Kein Mensch zu sehen.

Die Peiner Polizei zieht jedenfalls Donnerstagnachmittag ein positives Fazit: „Es ist alles ruhig geblieben.“ Die Bevölkerung habe sich kreisweit geradezu vorbildlich an die Corona-Auflagen gehalten – insbesondere die Abstandsregelung ist wichtig gewesen. Die Seen im Kreisgebiet – etwa der Eixer See und der Wehnser See – sind diesmal nicht zu Himmelfahrt gesperrt gewesen: trotzdem keine Ausuferungen. Allerdings: Die Polizei ist vermehrt Streife gefahren oder gegangen – hat mehr Präsenz als sonst zu Himmelfahrt gezeigt. Beliebtes Ausflugsziel ist am Feiertag wieder das Fürstenauer Holz gewesen, das kreisweit größte Waldgebiet: Spaziergänger und Radfahrer sind zu sehen – aber auch hier keine Gelage.

Bei bestem Wetter haben am Himmelfahrtstag kreisweit Open-Air-Gottesdienste stattgefunden – wegen Corona allerdings auch hier mit Abstand. Während im evangelischen Kirchenkreis Peine sonst oft gemeinsame große Freiluft-Gottesdienste angesagt gewesen sind, hat es am heutigen Feiertag verschiedene kleinere Gottesdienste in den einzelnen Gemeinden gegeben: So hatte die Peiner Sankt-Jakobi-Kirchengemeinde in den Garten der Superintendentur eingeladen, 40 Gäste waren der Einladung gefolgt. Die Pastorinnen Dr. Heidrun Gunkel und Beate Lenz gestalteten die Andacht mit Superintendent Dr. Volker Menke. Da immer noch nicht gemeinsam gesungen werden darf, übernahmen Frederike Schilling und Fiorella Schikarski die musikalische Gestaltung. Die Besucher waren zum stummen Mitsingen oder zum Mitsummen eingeladen.

„Was steht ihr da und seht zum Himmel? – das mussten sich Jesu Jünger von zwei Engeln anhören, als sie Jesus nachsahen, wie er von einer Wolke in den Himmel aufgehoben wurde. Ich kann mir gut vorstellen, wie seine Jünger bei diesem Geschehen in den Himmel blickten“, führte Pastorin Heidrun Gunkel in ihrer Predigt aus. Seit Christi Himmelfahrt ist für Christen der Himmel dort, wo Jesus Christus ist. Da Jesus aufgefahren ist zu Gott, ist er nicht mehr an einem bestimmten Ort, sondern durch seine Kraft, seine Liebe und seinen Geist überall und bei allen Menschen.

Diese Zuversicht und das Vertrauen auf die Allgegenwärtigkeit Gottes stand heute auch im Gottesdienst in Eixe im Mittelpunkt, den Pastor Dirk Hölterhoff auf dem Hof Goedecke gestaltete. „Dass Gott irgendwo fern im Himmel wohnt, ist eine Vorstellung der Antike. Gott durchdringt das ganze Universum. Gott ist überall. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht ist“, bekräftigte Pastor Hölterhoff. In Eixe durften sogar drei Bläser mit ausdrücklicher Genehmigung des Gesundheitsamts den Gottesdienst begleiten: Sie hielten den vorgeschriebenen Abstand von zehn Metern zu den rund 70 Besuchern ein. Waltraud Balandis sang stellvertretend für die Gäste die Gottesdienstlieder, begleitet von Renate Mainusch am Elektro-Piano.

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