Elisabeth-Vinzenz-Verbund macht Angebot für Peiner Klinikum

Peine.  In der heutigen Kreistagssitzung berichtet die Landkreisverwaltung darüber. Eine Leserin aus Vallstedt rät vom Kauf des Peiner Klinikums ab.

Für das Peiner Klinikum hat der Elisabeth-Vinzenz-Verbund ein (unverbindliches) Angebot abgegeben.

Für das Peiner Klinikum hat der Elisabeth-Vinzenz-Verbund ein (unverbindliches) Angebot abgegeben.

Foto: Harald Meyer

Der Landkreis Peine steht bei seinen Bemühungen um den Kauf des Peiner Klinikums offenbar nicht alleine da. Der Elisabeth-Vinzenz-Verbund (EVV) mit Sitz in Berlin soll ein unverbindliches (indikatives) Angebot für die Peiner Einrichtung abgegeben haben – das berichtet die Landkreisverwaltung. In der heutigen öffentlichen Kreistagssitzung – ab 18 Uhr in der Groß Ilseder Gebläsehalle – will die Kreisverwaltung mündlich darüber berichten.

Der Elisabeth-Vinzenz-Verbund ist 2013 gegründet worden als überregionale deutsche katholische Trägergesellschaft von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Ausbildungsstätten – sie hat am 1. Januar 2014 ihren Betrieb aufgenommen. Mit aktuell fünfzehn Krankenhäusern, etwa 3800 Klinikbetten und fast 8500 Beschäftigten zählt der Verbund laut dem Internetlexikon Wikipedia zu den größten katholischen Krankenhausträgern in Deutschland. Unter anderem gehören zum EVV das Sankt-Bernward-Krankenhaus in Hildesheim, das Sankt-Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter und das Vinzenzkrankenhaus in Hannover.

Zuletzt galt der Landkreis Peine als einziger Kaufinteressent für das Peiner Klinikum, das zur AKH(Allgemeines Krankenhaus)-Gruppe mit Sitz in Celle gehört: Etwa 70 Prozent der Beteiligung am Krankenhaus soll der Landkreis erhalten, rund 30 Prozent die Stadt.

Die neue Beschlussempfehlung, die in der heutigen Kreistagssitzung sicherlich eine Mehrheit finden wird, besagt:

• Die Kreisverwaltung wird beauftragt, Verhandlungen mit dem Elisabeth-Vinzenz-Verbundhinsichtlich einer partnerschaftlichen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Klinikums Peine aufzunehmen. Eine dauerhafte, gesellschaftsrechtlich abgesicherte Einflussnahme des Landkreises auf das Unternehmen ist dabei zwingend.

• Parallel wird die Kreisverwaltung beauftragt, den Kauf des Klinikum Peine vorzubereiten.

• Voraussetzung für den Erwerb ist weiterhin, dass die Stadt Peine eine dauerhafte Beteiligung an der Klinikum Peine gGmbH zusagt.

• Die Verwaltung wird beauftragt, Vorbereitungen zur Herstellung der Betriebsfähigkeitdurch entsprechende Ausschreibungen einzuleiten.

Barbara Wehsner aus Vallstedt schreibt zum Klinikum in Peine fiolgenden Leserbrief:

„Unsere Gesundheit ist zu wichtig, um in ein kleines Krankenhaus unsere Steuergelder zu verschwenden. (nichts gegen Ärzte und Personal). Wir haben für die gesamte Region Braunschweig mit dem Städtischen Klinikum Braunschweig mit 1.500 Betten und vier Standorten mit exzellentem medizinischem Fachpersonal und Ausstattung in mehr als 20 Klinikbereichen und Instituten eines der großen Krankenhäuser Deutschlands vor Ort. Dieses Klinikum ist in kommunaler Trägerschaft und schreibt außerdem keine roten Zahlen – was an sich schon sehr bemerkenswert ist. Ebenso sind auch das Herzogin-Elisabeth-Hospital und das Krankenhaus Marienstift mit nochmal fast 400 Betten in Braunschweig. Sinnvollerweise werden viele Bürger der Gemeinden Vechelde, Wendeburg und Lengede wegen der besseren Gesundheitsversorgung sich in Braunschweig behandeln lassen. Somit wäre auf jeden Fall die Kostenverteilung nicht korrekt. Ein Ärztehaus mit Notfallambulanz und einem großen Palliativbereich (Pflege, Reha, Demenz,Hospiz) für den Kreis Peine wäre sinnvoll und kostendeckender. Ich wohne in Vallstedt und bin seit 1986 mit Kranken- und Seniorenversorgung befasst und kann immer nur den optimalsten Weg nach Braunschweig empfehlen.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder