Listerien – Wilke-Wurst-Skandal erreicht den Kreis Peine

Peine.  Großhändler haben Dutzende Geschäfte, Betriebe und Vereine beliefert. Fachdienst überwacht den Rückruf. Kreis meldet drei Listerien-Erkrankungen.

Das Bild zeigt elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien (Listeria monocytogenes). Anfang Oktober waren Listerien in Produkten der hessischen Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren entdeckt worden.

Das Bild zeigt elektronenmikroskopische Aufnahmen von Listerien (Listeria monocytogenes). Anfang Oktober waren Listerien in Produkten der hessischen Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren entdeckt worden.

Foto: Manfred Rohde / dpa

Der bundesweite Skandal um keimbelastete Fleischwaren des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke hat nun auch Peine erreicht: „Von der bundesweiten Rückrufaktion von Wurstwaren der Firma Wilke, die mit Listerien kontaminiert sind, ist auch der Landkreis Peine betroffen“, meldete Kreissprecherin Katja Schröder am frühen Mittwochabend.

Den Angaben Schröders zufolge sind von einem im Landkreis Peine ansässigen Großhändler insgesamt 48 kleinere Betrieb – Einzelhändler, Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomiebetriebe – beliefert worden. Die Nachforschungen der Kreismitarbeiter hätten ergeben, dass der Großhändler bereits alle belieferten Kunden informiert habe und der Großteil der Ware bereits zurückgenommen worden sei.

Allerdings: „Eine noch größere Zahl an Betrieben, Vereinen und auch Personen im Landkreis Peine wurde über bundesweit tätige Großhändler beliefert“, so Schröder in der Mitteilung weiter, „derzeit wird vom Fachdienst Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung der Rückruf überwacht.“ Es ist also mit weiteren Listen betroffener Empfänger im Landkreis Peine zu rechnen.

Dem Gesundheitsamt Peine sind zum jetzigen Zeitpunkt – Stand Mittwoch – insgesamt drei Listerien-Erkrankungen gemeldet worden. Ob ein Zusammenhang mit dem Verzehr von Produkten der Firma Wilke bestehe, könne jedoch nicht gesagt werden, weil die Fälle zum Teil schon länger zurücklägen. Zudem sei es oft schwer, im Nachhinein von den Betroffenen zu erfahren, welche Produkte in den letzten Tagen und Wochen verzehrt worden seien, so dass sich die Quellensuche in den meisten Fällen schwierig gestalte.

Dr. Agnieszka Opiela, Leiterin des Kreis-Gesundheitsamts, erklärt, was Listerien sind und beschreibt die Infektionskrankheit Listeriose:

Listerien sind Bakterien, die überall in der Umwelt vorkommen und weltweit verbreitet sind. Die Anzahl der Listeriose–Fälle ist von Jahr zu Jahr sehr schwankend. So wurden dem Gesundheitsamt Peine im Jahr 2017 ein Fall und im Jahr 2018 kein Erkrankungsfall gemeldet.

Überwiegend betroffen sind ältere, insbesondere abwehrgeschwächte Personen. Die Infektion erfolgt meist über tierische und pflanzliche Lebensmittel, häufig beispielsweise über Rohmilch- oder Rohfleischerzeugnisse.

Bei gesunden Menschen kommt es sehr selten zu einer Erkrankung, die dann häufig harmlos verläuft. Bei abwehrgeschwächten Personen kann eine Listeriose-Erkrankung mit Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall einhergehen, in seltenen Fällen kann es zu einer Hirnhautentzündung und Beteiligung weiterer Organe kommen.

Da Listerien vor allem in nicht erhitzten Lebensmitteln vorkommen, sollten Risikogruppen, wie beispielsweise abwehrgeschwächte Personen und Schwangere, auf den Verzehr bestimmter Rohprodukte verzichten. Hierzu gehören unter anderem Rohfleischerzeugnisse, roher Fisch und Rohmilchprodukte.

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