CDU will mehr sozialen Mietwohnungsbau im Kreis Peine

Peine.  Laut Kreistags-Politiker Michael Kramer sind 2019 in ganz Niedersachsen nur 340 Wohnungen erstellt worden. Er will sich für Fördergelder einsetzen.

Der soziale Wohnungsbau soll auch in Peine verbessert werden. Das fordert die CDU.

Der soziale Wohnungsbau soll auch in Peine verbessert werden. Das fordert die CDU.

Foto: Sven Hoppe / dpa (Symbol)

Die seit Jahrzehnten vernachlässigte Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus durch Bund und Land erreicht jetzt auch die Kommunen, sagt Michael Kramer, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag Peine. So seien im ersten Halbjahr 2019 in ganz Niedersachsen nur 340 Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus erstellt worden. Die Landesarmutskonferenz spreche von 110.000 fehlenden bezahlbaren Wohnungen, heißt es in einer Mitteilung der CDU.

Aufgrund seiner Nachfragen bestätigen der Landkreis sowie die Peiner Caritas einen eklatanten Mangel an bezahlbaren Wohnraum. 410 fehlende preisgünstige Wohnungen unter 60 Quadratmeter hat die Kreisverwaltung aktuell festgestellt. Die Caritas bestätige, dass in vielen Beratungsgesprächen nach bezahlbarem Wohnraum gefragt werde. Sie könne zwar manchmal helfen, doch es würden vor allem Wohnungen für größere Familien sowie für Alleinstehende fehlen. Dazu würden viele günstige stark sanierungsbedürftig Objekte vermietet und damit die prekäre Situation der Suchenden ausgenutzt, werde vermutet.

Der Landkreis sieht bis 2030 einen Bedarf von 3800 Wohnungen und gesteht eigene Zweifel an den bisher vorliegenden sich widersprechenden Studien ein. Die Erfahrungen des Senioren- und Pflegestützpunktes würden lange Wartezeiten für Umzugswillige bestätigen. In der Arbeitsgemeinschaft barrierefreies Peine sei eine Broschüre mit Hinweisen entstanden, doch regelmäßige Erhebungen über die Wohnungsnachfrage gebe es nicht. Von den Peiner Gemeinden sei nach Ansprache laut CDU keine Bereitschaft zu erkennen, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen oder den Wirkungskreis der vorhandenen Peiner Heimstätte zu erweitern. „Der Verkauf von Bauland zur Errichtung von Wohneigentum für solvente Bürger scheint für die Gemeinden lukrativer zu sein“, vermutet Kramer. „Ich unterstütze die Forderung der Caritas Peine, die eine Belebung des sozialen Wohnungsbaus für dringend erforderlich hält“, so Kramer. So habe die Peiner Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände bereits über die Einrichtung eines „Runden Tisches“ zur Wohnraumversorgung diskutiert. Kramer will jetzt die Peiner Bundestags- und Landtagsabgeordneten auffordern, sich wieder stärker für dringend benötigte Fördergelder des Bundes und Landes im sozialen Wohnungsbau einzusetzen.

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