Schauspieler Rüdiger Dambroth: Eintracht-Fan und Lokalpatriot

"Ohne einen Waldspaziergang in Fürstenau fahre ich nicht nach Berlin" – Nächster Fernsehauftritt im Januar

FÜRSTENAU. Für die Fürstenauer ist und bleibt Rüdiger Dambroth einer von ihnen: Der Sohn der Ortsvorsteherin und des FAL-Institutsleiters. Der Tennisspieler, der als Junge täglich mit dem Fahrrad nach Peine zum MTV Vater Jahn fuhr – berühmt-berüchtigt für seine Topspins. Und der Weihnachtsmann, der heute noch mit Rauschebart Kinderträume erfüllt.

Für Millionen anderer Menschen ist Rüdiger Dambroth Schauspieler. Bekannt aus Günter Pfitzmanns "Heimatgeschichten", "Münster-Tatort", "Edel & Stark". Seit 15 Jahren lebt der 40-Jährige in Berlin, seiner Wahlheimat. Er liebt die Stadt, ihre Menschen, ihre Geschichte, ihre Bars, ihre U-Bahn. Und doch wird der Grunewald nie mit dem Fürstenauer Holz konkurrieren können: "Ohne einen Waldspaziergang in Fürstenau fahre ich nicht weg", sagt Dambroth. Hier denkt er sich durch die Einsamkeit, studiert Drehbücher ein. Hier fühlt sich der Mann mit der sanften Stimme zu Hause.

Nicht nur jetzt, zwischen den Jahren, besucht Dambroth seine Mutter. "Einmal im Monat treffe ich mich mit alten Kumpels in Braunschweig. Unsere gemeinsame Leidenschaft sind die Eintracht und die Braunschweiger Landesgeschichte." Der Zurückhaltende gerät ins Schwärmen: "Der Braunschweiger Lokalpatriotismus ist einmalig."

Zwei Niederlagen der geliebten Fußball-Mannschaft hat er in diesem Jahr live erlebt – und bleibt optimistisch: "Das macht doch einen echten Eintracht-Fan aus". Dann das Schloss. Dambroth fast kindlich begeistert: "Wenn ich in Braunschweig bin, fahre ich immer am Schloss vorbei. Zur Enthüllung bin ich extra aus Berlin angereist. Schade nur, dass überregionale Medien so wenig Notiz nehmen."

Jetzt spricht der Politiker Rüdiger Dambroth. In München und Berlin hat er ein Politikstudium abgeschlossen, wollte Journalist werden, oder Politiker. Doch immer war da dieses Interesse für Filme: Viele Male hat er sich früher nach dem Tennis noch ins Peiner Kino gesetzt.

Der Durchbruch kam in München – mit dem Biss in einen Hamburger in der "McDonald’s-Reklame. "Ich habe immer mehr Leute aus der Branche kennen gelernt. Irgendwann hatte ich eine Agentur." Dambroth hält inne. "Und ich habe gemerkt, dass ich mich nicht verstecken muss." Heute ist er Schauspieler. Einer ohne Starallüren. "Fürstenau – das erdet", glaubt er.

Klar, manchmal werde er auch dort angesprochen. Und seine Mutter schaue sich schon gern die Filme mit ihm an. Im Gegensatz zu ihm: "Ich bin sehr selbstkritisch. Manchmal habe ich mit den Händen vorm Gesicht zugeguckt." Vorbilder? Der Schauspieler winkt ab, sagt überlegt: "Es ist schwierig, Menschen, die man am Drehort erlebt hat, noch objektiv zu beurteilen." Zwei Namen lässt er sich trotzdem entlocken: Otto Sander – ebenfalls ehemaliger Peiner – und Götz George, für ihn immer noch der Schimanski.

Für eine Rolle gekämpft hat Dambroth bisher einmal im Leben, beim "Wunder von Lengede". "Mehrfach habe ich mich vorgestellt, ich hätte meine regionale Sympathie mit der Schauspielerei verbinden können." Es war vergeblich. "Die Schauspielerei ist eben ein unsicheres Geschäft", sagt er, und man spürt, wie tief die Enttäuschung sitzt. Auch jetzt, im Heimaturlaub, ist er abrufbereit: "Wenn in Berlin ein Casting ansteht, reise ich sofort ab."

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