So rüstet man sich als Autofahrer für Eis und Schnee

Berlin  Wenn es eisig wird, muss auch das Auto darauf vorbereitet sein. Wir erklären, wie sich Autofahrer für die kalte Jahreszeit rüsten.

Autofahrer müssen sich bei Eis und Schnee den Straßenbedingungen anpassen.

Autofahrer müssen sich bei Eis und Schnee den Straßenbedingungen anpassen.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Frost auf den Scheiben, Glätte auf den Straßen - und klirrende Kälte, die Mensch und Maschine zusetzt: Für Autofahrer ist die kalte Jahreszeit eine besondere Herausforderung.

Durch rechtzeitige und durchdachte Vorbereitung können sich Fahrzeugführer allerdings so manchen Ärger und so manche brenzlige Situation ersparen. Wir zeigen, wie man sich als Autofahrer für den Winter rüstet - mit folgenden Tipps:

Zugefrorene Scheibe: Wie kratze ich mein Auto richtig frei?

Zuerst: Drinnen die Heizung aufdrehen und die heiße Luft direkt auf die Scheibe richten, ist gar nicht so empfehlenswert. Der Temperaturunterschied kann dazu führen, dass das Glas springt. Vorsicht! Aus dem gleichen Grund bitte Abstand von heißem Wasser nehmen.

Es gilt stattdessen, den richtigen Eiskratzer zu benutzen – ebenfalls zum Schutz der Scheibe. Es empfiehlt sich Hartplastik, auf keinen Fall Metall, das kann sonst Kratzer geben. Übrigens: Dass der Weg zum Auto frei ist, ist in der Regel Aufgabe des Hausbesitzers.

Das nervt doch. Geht das mit dem Eiskratzen nicht einfacher?

Wer es etwas schneller mag: Im Winter gibt es an Tankstellen, bei Autofachhändlern, oft aber auch im Supermarkt Entfroster-Spray. Das funktioniert meist hervorragend.

Eine Folie über der Scheibe verhindert das Zufrieren meist ebenfalls. Pappe dagegen ist nicht praktikabel, weil sie durchweicht und festfriert.

Eiskratzen: Reicht beim Autofahrern ein Guckloch?

Die Scheiben und Spiegel müssen frei sein, sonst kann es ein Bußgeld geben. Mal eben ein Guckloch schaffen und los? Das ist nicht in Ordnung.

Wie fahre ich im Winter richtig an?

Wer einfach stumpf aufs Gas tritt, erlebt oft, wie die Reifen auf glatter Fahrbahn durchdrehen. Also: Behutsam und langsam anfahren, bei Schaltwagen gern im zweiten Gang. Der TÜV Nord empfiehlt, generell eher untertourig zu fahren.

Wie fahre ich bei Glatteis und verhindere Rutschen?

Neben der Empfehlung zum untertourigen Fahren, sollte der Sicherheitsabstand gern großzügig bemessen werden. Und: Einfach lieber defensiver fahren als gegen den nächsten Baum, weil man die Situation unterschätzt hat. In ruhigen Gegenden bei langsamer Geschwindigkeit empfiehlt sich auch ein Bremstest, ob die Straße rutschig ist.

Wie fahre ich bei Glatteis durch Kurven?

„In Kurven sollten Sie es grundsätzlich vermeiden, kräftig Gas zu geben“, empfiehlt der TÜV Nord. „Gehen Sie bereits vor der Kurve runter vom Gas und lenken Sie mit gleichmäßigen Lenkbewegungen ein und aus.“ In der Kurve sollte der Fahrer dann nur maßvoll bremsen und die Reifen auf keinen Fall blockieren lassen. Weitere Tipps zum generellen Umgang mit der Kälte in Deutschland.

Ziemlich dunkel draußen. Welches Licht ist im Winter richtig?

Tagfahrlicht reicht in der dunklen Jahreszeit oft nicht aus, erklärt die Kreispolizeibehörde Höxter in einer Mitteilung zum Thema Winter und Auto. „Der Wagen kann von anderen Verkehrsteilnehmern zu spät gesehen werden, vor allem, da das Heck des Fahrzeuges völlig unbeleuchtet ist.“ Daher sei es sicherer das Abblendlicht einzuschalten.

Ich habe mich im Graben bei Schnee festgefahren. Und nun?

„Wenn Sie sich trotz aller Vorsicht beim Anfahren festgefahren haben, können Sie Ihr Fahrzeug durch abwechselndes Anfahren und wieder zurückrollen lassen in einer Schaukelbewegung beschleunigen, um sich so zu befreien“, erklärt der TÜV Nord.

Ausrüstung im Winter auf der Straße: Das sollten Sie einpacken.

Planen Sie längere Fahrten, achten Sie immer auf genug Benzin im Tank. Wer im Stau steht und Motor sowie Heizung laufen lässt, verbraucht viel Sprit. Für Notfälle schadet auch eine Decke im Kofferraum nicht. Und eine Kanne Tee. Wichtig ist auch, genügend Kleidung mitzuhaben – im Freien empfiehlt sich der Zwiebellook.

Wie gebe ich Starthilfe – eine Anleitung?

Wenn die Batterie platt ist: Rotes Kabel an den Pluspol des Spenderautos, dann das andere Ende an den Pluspol des Autos ohne Saft. Dann in gleicher Reihenfolge das schwarze Kabel anbringen. Pannenauto starten.

„Ist das Pannenauto angesprungen, beide Fahrzeuge noch einige Minuten laufen lassen. Falls es nicht geklappt hat, bei beiden Autos Zündung ausschalten und fachkundige Hilfe rufen“, erklärt der ADAC. Gebläse, Lüftung, Licht einschalten, um Spannungsspitzen zu vermeiden. Dann wieder aus, wenn es läuft. Und anschließend dann erst das schwarze Kabel, dann das rote entfernen – wieder in der Reihenfolge Spenderauto, Pannenauto.

YT_How to Starthilfe

Muss ich Winterreifen aufziehen?

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie etwa Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte muss man auf Winterreifen fahren. Wer sich nicht daran hält, muss mit Bußgeldern ab 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Ich hatte einen Unfall mit Sommerreifen – zahlt die Versicherung?

Den Schaden der Unfallopfer zahlt in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung der Verursacher. Das gilt selbst dann, wenn diese entgegen ihrer Pflicht auf Sommerreifen fuhren, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

Vollkaskoversicherte bekommen sogar den Schaden am eigenen Auto bezahlt. Ausnahme: Wenn sie schon vor der Fahrt hätten erkennen müssen, dass Sommerreifen für die Bedingungen auf der Straße nicht geeignet sind. Kommt es ansonsten aufgrund der falschen Reifen zu einem Unfall, kann der Anbieter die Leistung der Vollkasko kürzen. (ses/dpa)

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder