Hannover. Im Jahr 2023 zählte der ADAC landesweit mehr als 84.000 Kilometer Stau. Besonders stockte es auf der A1. Grund: Langzeitbaustellen.

Die Autofahrer in Niedersachsen sind nicht zu beneiden, denn Staus und Wartezeiten auf den Autobahnen werden wieder deutlich länger. So betrug im vergangenen Jahr die Staulänge auf den Fernstraßen landesweit 84.476 Kilometer. Umgerechnet eine Distanz von mehr als zweimal um die Welt. Im Jahr 2022 waren es noch 66.091 Kilometer Stau, wie der Automobilclub ADAC in Laatzen bei Hannover mitteilte.

Als wesentlich für die Zunahme nennen Experten die wieder steigende Mobilität nach dem Ende der Corona-Pandemie. Die meiste Geduld benötigten Autofahrer 2023 demnach auf der A1, gefolgt von der A7. Die A2, die sich auch quer durch die Region Braunschweig-Wolfsburg zieht, rangiert auf Platz drei. Auf dieser wurden 5126 Staus gezählt, die sich auf zusammen 18.043 Kilometern summierten.

A39: Besonders viele Staus bei Wolfsburg

Am größten sei die Staugefahr erfahrungsgemäß dort, wo gebaut wird, teilte der ADAC unserer Zeitung mit. Die Staus auf der A2 hätten sich nach Angaben einer Sprecherin mit dem Ende der Großbaustellen im Jahr 2017 zwischen Braunschweig und Lehrte deutlich reduziert. Die Langzeitbaustellen auf der A1 hätten umgekehrt dafür gesorgt, dass dort der Verkehr 2023 besonders stockte.

Auch auf der A39 nahmen die Staustunden wieder zu. 1794 Stunden bedeuten Platz 5 (Vorjahr Platz 7) im landesweiten Vergleich. Der auffälligste Abschnitt war laut ADAC zwischen Sandkamp und Weyhausen: 357 Staus und 236 Staustunden kamen allein hier zusammen.

Zu einem der längsten Einzelstaus kam es im vergangenen Jahr am 20. August auf der A7. Zwischen Großburgwedel und Schneverdingen staute es sich auf 34 Kilometern. Es war der Höhepunkt des Reiseverkehrs in den Sommerferien, so die Erklärung. So mancher Verkehrsteilnehmer benötigte für den Abschnitt mehr als sieben Stunden.

Angesichts der jüngsten Zahlen sieht der ADAC im Auto weiter das Verkehrsmittel Nummer eins. Das gelte sowohl für den Weg zur Arbeit als auch bei Freizeit- oder Urlaubsfahrten. Der Automobilclub schlussfolgert daraus, dass Alternativen fehlten und Angebote wie das Deutschland-Ticket der Bahn noch nicht richtig wirkten. Um weniger lang in Staus zu verbringen, würde es helfen, verstärkt Fahrgemeinschaften zu bilden, empfiehlt der ADAC.