Bergen. Seit Russlands Invasion in der Ukraine übt die Bundeswehr wieder ihre Kernaufgabe: den Kampf gegen einen großen Feind. Wir haben Soldaten auf Übung begleitet.

Die Sonne scheint am morgendlichen Himmel über der Lüneburger Heide, als ein Gewitter aufzieht. Es geht kein Lüftchen, nicht eine Wolke ist am Himmel, als der Donner zu grollen beginnt. Erst als leises Raunen hinter einem Hügel, dann ein gleichbleibendes Dröhnen, das immer schneller, immer näher kommt. Dann blitzt es. Ein Donnerknall hallt über die friedlich daliegende offene Wiese zwischen Nadelwäldern. Es ist die Maschinenkanone des Schützenpanzers Puma, die diesen ohrenbetäubenden Lärm verursacht. Er gehört zur vierten Kompanie des Panzergrenadierbataillons 33 aus Neustadt am Rübenberge. Die Einheit übt: Feuer und Bewegung, aufklären von Minensperren und gegenseitige Deckung. Auch, wenn der Schützenpanzer mit scharfer Munition schießt, fallen heute nur Pappscheiben in wenigen Kilometern Entfernung. Doch das, was die Kompanie unter Führung ihres „Chefs“, Hauptmann Fabian, heute lernt, ist im Oblast Saporischschja im Süden der Ukraine jeden Tag bittere Realität: Die russische Armee hat dort kilometerweite Verteidigungsgürtel gezogen, mit Bunkern, Minenfeldern und versteckten Stellungen. Damit im Ernstfall auf dem Gebiet der Nato umzugehen, ist die Aufgabe der Panzergrenadiere. Soldaten, die auf Schützenpanzern ins Kampfgebiet gefahren werden.