Geld sparen

Im Test: Das sind die besten Smartphone-Apps zum Energiesparen

| Lesedauer: 8 Minuten
Energie ist teurer denn je. Mit Apps lässt sich aber Geld sparen.

Energie ist teurer denn je. Mit Apps lässt sich aber Geld sparen.

Foto: Fre Sonneveld / Unsplash

Braunschweig.  Wir haben sechs Apps getestet, die dabei helfen, den eigenen Energieverbrauch zu senken – und dabei bares Geld zu sparen.

Die Preise von Strom, Gas, Lebensmitteln und Benzin schießen derzeit in ungeahnte Höhen. Das belastet vor allem private Haushalte. Wir haben sechs Apps getestet, die dabei helfen, Stromfresser ausfindig zu machen, den eigenen Energieverbrauch zu senken sowie den individuellen CO2-Fußabdruck zu reduzieren – und dabei bares Geld zu sparen.

EnergieCheck

Das Positive vorweg: Die App „EnergieCheck“ von „co2online“ für Android motiviert zum Stromsparen. Wenn man sie regelmäßig mit Daten füttert, erhält man detaillierte Verlaufsgrafiken. Doch das ist auch der Haken. Denn die App hat nicht nur großen Wissensdurst, sondern erwartet auch sehr detaillierte Angaben. So viele, dass man sich als User schnell überfordert fühlt. „Schatz, haben wir eine ,Einzelheizung’ oder eine ,Zentralheizung’?“ – fragende Blicke von der anderen Seite des Küchentischs. Ich drücke den „Hilfe Button“, dieser erklärt mir: „Tragen Sie ein, welche Heizung Sie haben“. Dann eben Google.

Dinge, die man als Erwachsener wissen sollte – sie rauszufinden kostet trotzdem Zeit und Nerven. Sich durch das schlichte aber hakelige Design zu arbeiten, immer auf die Webseite wechseln zu müssen, weil man das Profil nur im Web bearbeiten kann, braucht Willen. Das Ablesen der Daten braucht Disziplin. Belohnt wird man am Ende mit schönen Kurven und vielen Tipps zum Sparen. Außerdem eine Menge News rund ums Thema Energie.

Vorteile: Detaillierte Informationen, viele Einstellungsmöglichkeiten, redaktionelle Hintergrundinformationen und nützliche Links.
Nachteile:
Unübersichtliches Design, hakelige Bedienung, häufiger Wechsel zwischen App und Webseite nötig.
Bewertung: 3 von 5 Sternen


Nullify

Unter dem Motto „Make Love not CO2” will die „Nullify“-App des deutschen Start-ups „Neutralizer GmbH“ Klimaneutralität attraktiv machen. Bedienfreundlich und in ansprechendem Design lässt sich mit dem Rechner zunächst der individuelle CO2-Fußabdruck bestimmen. Mit Fragen werden die Nutzung von Verkehrsmitteln, Ernährung, Reisen, Kaufverhalten, Stromverbrauch und Haustiere ermittelt. Daraus errechnet die App den jährlichen CO2-Ausstoß und vergleicht ihn mit dem deutschen, EU- und weltweiten Durchschnitt.

Im nächsten Schritt geht es darum, Klimasünden ausfindig zu machen. Ein Kreisdiagramm zeigt übersichtlich, welche Bereiche den größten Anteil an den Emissionen haben. Wussten Sie etwa, dass zwei Katzen 678 Kilogramm CO produzieren? Zusätzlich kann man den eigenen Fußabdruck noch mit dem eines Promis vergleichen. Meiner entspricht 0,007 Bill Gates und 0,763 Emma Watsons. Im dritten Schritt geht es darum, klimaneutral zu werden, also die Treibhausgase, die man ausstößt, an anderer Stelle einzusparen. Dafür stellt die App Umweltprojekte vor, die man mit dem Kauf von CO-Zertifikaten unterstützen kann.

Vorteil: Nullify verschafft einen guten Überblick über den eigenen Umwelteinfluss.
Nachteil:
Konkrete Tipps, wie und wo sich CO einsparen lässt, wären hier wünschenswert.
Bewertung: 4 von 5 Sternen

Energy Buddy

Die App „Energy Buddy“ ist, wie der Name verrät, ein kleiner Helfer im Alltag, um Energie zu sparen. Die App überzeugt durch eine einfache Handhabung und ein klares Design. Gleich nach der Installation wird dem Nutzer nahegelegt, den individuellen CO2-Fußabdruck zu messen, bei mir sind es 7948 Kilogramm pro Jahr. Obwohl ich damit deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 12.071 Kilogramm liege, wird mein persönliches CO2-Limit voraussichtlich am 17. August überschritten. „Energy Buddy“ erklärt an dieser Stelle gut, in welchen Bereichen meines Lebens ich am meisten CO2 produziere.

Übrigens: Für die Einhaltung des angestrebten 2-Grad-Ziels dürfte der CO-Fußabdruck nicht über 5000 Kilogramm liegen. Darüber hinaus bietet die App die Möglichkeit, einen individuellen Klimaplan zu erstellen, der CO-Einsparungen ermöglichen soll. Außerdem kann die App die jährlichen Stromkosten prognostizieren, wenn die Zählerstände regelmäßig erfasst werden. Ein in die App integriertes Spiel und die Möglichkeit, dort die neusten Nachrichten und Fakten zum Thema Energie zu lesen, runden das App-Angebot ab.

Vorteil: „Energy Buddy“ bietet genau das, was man sich als Nutzer wünscht.
Nachteil:
Die Möglichkeit, auch den individuellen Gasverbrauch per App im Blick zu haben, wäre überdies sinnvoll.
Bewertung: 5 von 5 Sternen

Klimakompass

Die App „Klimakompass“ funktioniert nach dem Prinzip der Gamification. Ganz anonym kann man mit der App seinen ungefähren CO2-Ausstoß im Jahr errechnen und diesen dann durch selbst gesetzte Herausforderungen senken. Die Herausforderungen basieren auf verschiedenen Kategorien, in denen man im Alltag CO2 verbraucht. Dazu gehören Wohnsituation, Mobilität, Diät, Konsum, Tiere und Urlaub. Hier kommt der zweite Aspekt der App ins Spiel. Die vom Berliner Unternehmen „2Zero!“ entwickelte App will nicht nur spielerisch einen geringeren CO2-Ausstoß beim Nutzer hervorrufen, sondern ihm gleichzeitig zu einem nachhaltigeren und gesünderen Lebensstil verhelfen.

Und so funktioniert das Ganze: Man sucht sich in der App beispielsweise folgende Herausforderungen aus: Mehrwegtasche, ich verzichte beim Einkaufen auf Plastik- oder Papiertüten. Und noch Energiesparendes Wäschewaschen: Ich wasche eine Temperaturstufe niedriger. Für jede geschaffte Aufgabe bekommt man Punkte und sieht direkt die CO-Ersparnis.

Vorteil: „Klimakompass“ ist eine gute App für Menschen, die sich im Klimaschutz noch nicht gut auskennen. Sie bietet Anreize für einen nachhaltigeren Lebensstil.
Nachteil:
Die App verlangt einiges an Selbstdisziplin. Denn sie überprüft nicht, ob man Herausforderungen wirklich macht.
Bewertung: 4 von 5 Sternen

AccuBattery

Wenn der Smartphone-Akku ständig leer ist, dann will die App „AccuBattery“ helfen – oder zumindest mehr Überblick über den Stromverbrauch geben. Die Android-App verspricht auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse die Lebenszeit des Akkus verlängern zu können. Mit der Free-Version zeigt die App sehr detaillierte Verbrauchsdaten zu Akkukapazität und -verschleiß.

Interessant ist der Überblick, welche der genutzten Apps den meisten Akku verbrauchen. Spotify verbraucht bei mir aktuell den meisten Strom, danach folgt Google Maps. Hilfreich kann die Tracking-App sicher auf langen Reisen sein, bei denen man keine Lademöglichkeit für’s Smartphone hat. In Prozent und sogar in Milliampere zeigt die App im Aufklapp-Menü an, wie viel Akkukapazität seit dem letzten Aufladen pro Stunde verbraucht wurde und wie lange der Akku demnach noch halten wird. Mir persönlich ist die App zu detailliert – Angaben in Milliampere sagen mir als nichttechnikaffiner Nutzerin nicht allzu viel. Zu selten schaue ich mir die Auswertungen an, um den Akku optimal zu laden.

Vorteil: Technisch Interessierten gibt die App detaillierte Infos. Die Anzeige der Akkulaufzeit und des Verbrauchs der Apps sind auf Reisen hilfreich.
Nachteil:
Um die Lebenszeit des Akkus zu verlängern, braucht es vermutlich ein sehr konsequentes Befolgen der App-Hinweise.
Bewertung: 3 von 5 Sternen


Energiekostenrechner

Mit der kostenlosen iPhone-App „Energiekosten-Rechner“ lassen sich die Stromkosten für jedes Gerät im Haushalt berechnen. Gerade durch das Home-Office hat der Stromverbrauch von Elektronik-Geräten in den heimischen vier Wänden eine Relevanz. Da ist es gut zu wissen, wie viel der Betrieb der Elektro-Geräte, sei es Laptop, Fernseher oder die nach Feierabend genutzte Playstation, kostet.

Beim „Energiekosten-Rechner“ muss der Nutzer oder die Nutzerin zur Berechnung der Stromkosten nur die Wattzahl des Gerätes herausfinden und die tägliche Nutzungsdauer des Gerätes schätzen. Essenziell sind natürlich auch die Kosten pro Kilowattstunde durch den Energie-Versorger, welche sich in der letzten Jahresabrechnung finden lassen. Sind alle Daten eingegeben, gibt die App dem Nutzer die geschätzten Energiekosten pro Jahr, Tag oder Monat an. So lässt sich ganz leicht rechnen: Ich arbeite abzüglich Urlaub, Wochenende und Feiertagen dieses Jahr 225 Tage. Also rechne ich dann den Verbrauch von Laptop, Zweitbildschirm, Router und Tageslichtlampe zusammen. Am Ende komme ich bei Energiekosten von 58,50 Euro pro Jahr für meine Arbeitsgeräte raus.

Vorteil: Mit dem Rechner können Sie schnell Energiefresser im Haushalt ausmachen.
Nachteil:
Keine Addition von Geräten. Wenige Funktionen.
Bewertung: 3 von 5 Sternen

Mehr zum Thema:

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder