Datenschutzbeauftragte: Wurde vom Land nicht zur Luca-App gefragt

Die Luca-App dient der Datenbereitstellung für eine mögliche Kontaktpersonennachverfolgung.

Die Luca-App dient der Datenbereitstellung für eine mögliche Kontaktpersonennachverfolgung.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Hannover.  Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel habe bei der App noch datenschutzrechtliche Bedenken. Ihre Behörde sei nicht genügend eingebunden worden.

Die niedersächsische Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel hat die mangelnde Einbindung ihrer Behörde beim Einsatz der Luca-App in der Corona-Krise kritisiert. „Es ist leider nicht das erste Mal, dass ich in wichtigen Fragen übergangen werde, die den Datenschutz betreffen“, sagte Thiel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ . Das Land solle ihre Expertise nutzen.

Luca-App habe mehr Funktionen als Corona-Warn-App

Die App soll nach Angaben des Landes auf allen gängigen Smartphones laufen. Anders als die Corona-Warn-App des Bundes erfasst die Luca-App nicht nur, ob jemand Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Personen hatte, sondern auch wo der Kontakt stattgefunden hat. Die App sollte zunächst bei den Modellversuchen einzelner Kommunen helfen, die Öffnungen in Handel, Gastronomie oder Kultur erproben wollen. Ende März hieß es, dass innerhalb weniger Wochen alle 43 niedersächsischen Gesundheitsämter an das System der Luca-App angeschlossen werden sollten.

Thiel habe datenschutzrechtliche Bedenken

Thiel betonte, sie habe bei der Luca-App noch einige datenschutzrechtliche Bedenken. Die digitale Verarbeitung von Kontaktdaten könne zwar grundsätzlich einen besseren Schutz vor unbefugter Kenntnisnahme und Missbrauch gewährleisten. „Dafür ist aber eine entsprechende technische Ausgestaltung der digitalen Anwendungen nötig. Zu Luca sind in diesem Zusammenhang noch Fragen offen“, sagte die Datenschutzbeauftragte.

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