Prozess um 163-fachen Betrug: Ex-Pastor legt Teilgeständnis ab

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Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal im Landgericht Hildesheim. Am Landgericht hat der Prozess gegen den Ex-Pastor wegen 163-fachen Betrugs und Urkundenfälschung begonnen. Zwischen September 2012 und Dezember 2016 soll der 61-Jährige gefälschte und fingierte Quittungen und Rechnungen beim Kirchenamt Hildesheim eingereicht haben, um sich eine zusätzliche Geldquelle zu verschaffen.

Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal im Landgericht Hildesheim. Am Landgericht hat der Prozess gegen den Ex-Pastor wegen 163-fachen Betrugs und Urkundenfälschung begonnen. Zwischen September 2012 und Dezember 2016 soll der 61-Jährige gefälschte und fingierte Quittungen und Rechnungen beim Kirchenamt Hildesheim eingereicht haben, um sich eine zusätzliche Geldquelle zu verschaffen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Hildesheim.  Ein Ex-Pastor steht in Hildesheim vor Gericht – wegen einer schier endlosen Liste von Betrügereien. Am Freitag gestand er die Taten teilweise.

Ein wegen Betruges und Urkundenfälschung angeklagter Ex-Pastor hat die Taten teilweise gestanden. Der 61-Jährige habe am Freitag im Landgericht Hildesheim eingeräumt, Rechnungen und Belege gefälscht zu haben, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Der Angeklagte verlas eine schriftliche Erklärung. Er habe immer das Beste für seine Gemeinde tun wollen. Es täte ihm unendlich leid, was er gemacht habe, und er schäme sich.

Laut Anklage soll der ehemalige Pastor in 163 Fällen gefälschte oder fingierte Quittungen beziehungsweise Rechnungen beim Kirchenamt Hildesheim zur Erstattung eingereicht haben, um sich Geld zu verschaffen. So soll der 61-Jährige zwischen September 2012 und Dezember 2016 mehr als 52.000 Euro erbeutet haben. (Az.: 20 KLs 12 Js 18186/17).

Selbst gebastelte Belege für Altartücher, Kinderbibeln und weiteres

Der ehemalige Pastor erklärte vor Gericht, dass er Dinge, die die Gemeinde benötigt hätte, schnell und günstig beschafft habe, oft ohne eine Rechnung zu erhalten. Um dann eine Erstattung von der Kirche zu bekommen, habe er Rechnungen gefälscht. Weitere Gründe für sein Fehlverhalten seien berufliche und gesundheitliche Belastungen gewesen. Seine Tochter und er selbst seien vor Jahren schwer erkrankt gewesen.

Die selbst gebastelten Belege ergaben, dass der 61-Jährige sich Essenslieferungen, Kinder- und Bilderbibeln, Altartücher, Musikinstrumente, Mikrofone, Notenständer, Leuchter, Blumen und gleich drei Klavierbänke von der Kirche bezahlen ließ. Nur gab es laut Staatsanwaltschaft in den meisten Fällen keinen Gegenwert für die Zahlungen. In einigen Fällen waren die Rechnungen echt, etwa für einen Mäh-Roboter samt Garage, den er zwar privat verwendet, der Kirche aber in Rechnung gestellt haben soll.

Ex-Pastor in der Kirchengemeinde Eime

Der Pastor leitete eine Kirchengemeinde in Eime im Landkreis Hildesheim und war Vorstandsmitglied des Kirchenverbandes Elze-Eime. Nach Angaben der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers waren nach dem Ausscheiden des Pastors in Eime Unstimmigkeiten bei einer stichprobenartigen Überprüfung aufgefallen.

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