Es soll 60 Corona-Impfzentren in Niedersachsen geben

Braunschweig.  Das Land stellte am Donnerstag seine Impfstrategie vor. Städte und Landkreise sollen ab jetzt schauen, wo ein Impfzentrum errichtet werden kann.

Auch die Lagerung und der Transport des Corona-Impfstoffes müssen vorbereitet werden. (Symbolbild)

Auch die Lagerung und der Transport des Corona-Impfstoffes müssen vorbereitet werden. (Symbolbild)

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

In ganz Niedersachsen sollen flächendeckend etwa 60 Corona-Impfzentren entstehen. Zusätzlich soll es auch noch mobile Impf-Teams geben, um Pflegeheime und Kliniken mit abzudecken.

Zunächst sollten Risikogruppen und Beschäftigte des Gesundheitswesens und von Pflegeheimen geimpft werden, kündigte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung der Impfstrategie des Landes an.

Zu Beginn der Impfungen werde nur eine sehr begrenzte Zahl von Impfdosen zur Verfügung stehen. Die Impfzentren sollen im zweiten Quartal 2021 ihren Betrieb aufnehmen. Zuvor sollen aber bereits die mobilen Teams eingesetzt werden.

Pro 150.000 Einwohner ein Impfzentrum

Die Impfzentren bezeichnete Reimann als „Brückenlösung“. Sie sollen jeweils für etwa 150.000 Bürgerinnen und Bürger zuständig sein. Es ist also davon auszugehen, dass unsere Region mit den Städten Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter sowie den Landkreisen Gifhorn, Peine, Helmstedt, Wolfenbüttel und Goslar sieben oder acht dieser Impfzentren erhalten wird. Später sollten die Hausarztpraxen die Impfungen übernehmen.

Ein Impfzentrum kann eine große Halle sein, es kann auch ein Standort in unmittelbarer Nähe zu einer Klinik sein. Die Landkreise und kreisfreien Städte sollen ab dem heutigen Donnerstag nach geeigneten Standorten suchen. „Die Kommunen wissen vor Ort selbst am besten, was geeignete Standorte wären“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Die Standorte sollen gut erreichbar sein und über einen möglichst guten Internetanschluss verfügen, da von dort die Terminvergabe erfolgen soll. Das soll vor allem digital geschehen, es werden aber auch Bürgertelefone eingerichtet. An der Organisation der Massenimpfungen sollen der Katastrophenschutz, Hilfsorganisationen und die Polizei beteiligt werden.

Landkreistag: Schwere der Aufgabe wie bei der Flüchtlingskrise

Die Impfstrategie des Landes umfasst 20 Seiten, sie liegt unserer Zeitung vor. Die Strategie wird am heutigen Donnerstag an die 45 Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen verschickt. Die Suche nach geeigneten Standorten beginnt also mit dem heutigen Tag. Die Landesregierung stellte die Impfstrategie möglichst früh vor, damit die Kommunen Planungssicherheit haben.

Hubert Meyer, Chef des Landkreistages in Niedersachsen, erklärte, dass man vor einer großen Aufgabe stehe. Er verglich die Schwere der Aufgabe mit der Flüchtlingskrise 2015/2016, als die Kommunen händeringend nach Unterkünften suchten. Die Kosten für die Impfzentren übernimmt komplett das Land, die Kommunen sind für die Organisation zuständig.

Noch sind nicht alle Details geklärt. Eine große Aufgabe wird zum Beispiel sein, die Impfdosen durch Niedersachsen zu fahren und in den Impfzentren zu lagern. Der geplante Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech aus Mainz zum Beispiel benötigt eine Kühlung auf bis zu minus 70 Grad.

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