Klinische Studie zu Corona-Impfstoff: MHH sucht Probanden

Hannover.  Im Vordergrund der Studie in Phase eins steht die Untersuchung von Sicherheit und Verträglichkeit des Corona-Impfstoffs. Die MHH sucht 40 Probanden.

Neben der MHH sind Institute in Tübingen, München und im belgischen Gent an der Studie beteiligt (Archivbild).

Neben der MHH sind Institute in Tübingen, München und im belgischen Gent an der Studie beteiligt (Archivbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Medizinische Hochschule Hannover testet den potenziellen Corona-Impfstoff des Tübinger Pharmakonzerns Curevac an Menschen. Gesucht würden bis zu 40 gesunde Probanden, die in den nächsten drei bis vier Wochen geimpft werden sollten, sagte Prof. Christoph Schindler von der Medizinischen Hochschule Hannover am Dienstag.

Im Vordergrund der klinischen Studie in Phase I stehe die Untersuchung von Sicherheit und Verträglichkeit des Impfstoffs. Neben der MHH seien Institute in Tübingen, München und im belgischen Gent an der Studie beteiligt. Zuvor hatte die „Nordwest-Zeitung“ in Oldenburg berichtet.

Körper bildet Antikörper und andere Abwehrzellen

Das Tübinger Unternehmen Curevac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die Curevac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen.

Außerdem liefen an der MHH zwei Phase-III-Impfstudien mit einem gentechnisch verbesserten BCG-Impfstoff „VPM1002“ gegen Tuberkulose, sagte Schindler. In der ersten Studie würden Ärzte, Schwestern und Rettungsdienstpersonal, die regelmäßigen Patientenkontakt hätten, placebokontrolliert untersucht. Die zweite Studie befasse sich mit älteren Menschen über 60.

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Laut WHO Corona-Impfstoffe bis Ende des Jahres

Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) hatte zuvor auf Hinweise verwiesen, nach denen der Tuberkulose-Impfstoff BCG vor viralen Infektionen bei Menschen schützen könne. Ob diese Immunantwort auch einen gewissen Schutz gegen die Infektion mit SARS-CoV-2 vermittele, sei bislang nicht bekannt.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten bis Ende des Jahres ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen. Nach Angaben der WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan wird derzeit an rund 200 möglichen Impfstoffen geforscht, ein knappes Dutzend werde schon am Menschen getestet. dpa

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