Wegen Corona: Niedersachsen will Tourismus aussetzen

Hannover.  Die Landesregierung will eine Ausgangssperre vermeiden und hofft auf mehr Einsicht bei der Bevölkerung.

Reisende betreten am Fährhafen von Norddeich eine Fähre. Ab diesem Montag dürfen aufgrund einer Verfügung des Landes Niedersachsen keine Gäste mehr auf die Ostfriesischen Inseln reisen - ausgenommen Inselbewohner und Berufstätige. Am Mittwoch verkündete das Land weitere Beschränkungen..

Reisende betreten am Fährhafen von Norddeich eine Fähre. Ab diesem Montag dürfen aufgrund einer Verfügung des Landes Niedersachsen keine Gäste mehr auf die Ostfriesischen Inseln reisen - ausgenommen Inselbewohner und Berufstätige. Am Mittwoch verkündete das Land weitere Beschränkungen..

Foto: Foto: Mohssen Assanimoghaddam / dpa

Für drastische Maßnahmen wie Ausgangssperren sieht Niedersachsen in der Corona-Krise noch keinen Anlass. Im Ländervergleich sei die Lage in Niedersachsen noch vergleichsweise gut, erklärte der Leiter des Krisenstabs der Landesregierung, Heiger Scholz, am Mittwoch in Hannover.

Mit einem neuen Runderlass der Gesundheitsämter sollen aber touristische Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Zimmern sowie auf Campingplätzen untersagt werden. Betroffen sind auch Kuren. Zwei Busse mit Kurgästen mussten wieder umkehren. Ausgenommen sind wichtige Reha-Anschlussheilbehandlungen. Wer in Niedersachsen im Urlaub ist, soll spätestens bis zum 25. März zurückreisen. Niedersachsen solle nicht mehr als Ausflugs- und Urlaubsziel gewählt werden, sagte Scholz. Am Donnerstag soll offiziell auch angeordnet werden, dass planbare Operationen in Krankenhäusern unterbleiben.

Kritik an Hamsterkäufen

„Es hat natürlich wenig Sinn, zu sagen, man schließt die Schulen, man schließt Einrichtungen, und anschließend tummeln sich die Leute dichtgeballt auf den Terrassen der Eisdielen“, so Scholz. Man werde das mit der Landespolizei besprechen und auch städtische Ordnungsdienste einsetzen. Man hoffe derzeit noch, dass man nicht zu Ausgangssperren greifen müsse. Dies würde auch nur nach bundesweiter Abstimmung erfolgen.

Scholz appellierte auch an Gastronomen, auf Abstandsregelungen und Hygiene zu achten. Die Restaurants dürfen nur noch zwischen 6 und 18 Uhr öffnen. Das Sonntagsöffnungsverbot für Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs ist aufgehoben. Damit soll Hamsterkäufen entgegengewirkt werden. Diese seien der einzige Grund, dass einzelne Produkte teilweise nicht erhältlich seien, sagte Scholz. Stand 14 Uhr waren 740 Corona-Fälle in Niedersachsen bestätigt.

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In 14 Tagen werde man sehen, ob die Maßnahmen griffen, sagte Claudia Schröder vom Krisenstab des Landes. Zu den offensichtlichen Verstößen gegen Anordnungen im Handel, etwa keinerlei Sicherheitsabständen in vielen Supermärkten, wurde lediglich auf die vorliegenden Anweisungen verwiesen. Aufgrund der Nachverfolgungen und Quarantänemaßnahmen, die gut befolgt würden, geht Niedersachsen nicht von einer hohen Dunkelziffer bei Corona-Erkrankungen aus. Behelfskrankenhäuser seien nicht geplant, sagte Scholz. Die Zahl der Intensivbetten soll aber erhöht werden.

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