Corona in Niedersachsen: 11.563 Infizierte – 574 Tote

Hannover.  574 Menschen aus Niedersachsen sind mit Corona-Infektion verstorben, es gibt 11.563 bestätigte Fälle. 86,5 Prozent der Betroffenen sind wohl genesen.

Matthias putzt das Schaufenster eines Friseursalons in der Innenstadt, dahinter hängt ein Schild mit Piktogrammen zu Corona-Schutzmaßnahmen. Ab Montag (04. Mai) dürfen Friseurbetriebe ihr Geschäft unter strengen Hygiene- und Zutrittsauflagen wieder für Kunden öffnen.

Matthias putzt das Schaufenster eines Friseursalons in der Innenstadt, dahinter hängt ein Schild mit Piktogrammen zu Corona-Schutzmaßnahmen. Ab Montag (04. Mai) dürfen Friseurbetriebe ihr Geschäft unter strengen Hygiene- und Zutrittsauflagen wieder für Kunden öffnen.

Foto: Ole Spata / dpa

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist am Sonntag, 24. Mai, auf 11.563 gestiegen. Das sind 34 Infektionen mehr als am Tag zuvor, wie die Landesregierung in Hannover mitteilte (Stand 24. Mai, 13 Uhr).

574 mit Sars-Cov-2 infizierte Patientinnen und Patienten aus Niedersachsen sind nunmehr in Zusammenhang mit dem Virus gestorben – ebenso viele wie am Vortag gemeldet (Stand 24. Mai, 13 Uhr).

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 385 mit dem Virus infizierte Patienten behandelt. 83 Patienten liegen auf Intensivstationen, 42 müssen beatmet werden (Stand: 24. Mai).

Die gute Nachricht: Das Gesundheitsministerium schätzt, dass in Niedersachsen 10.003 der bislang gemeldeten und laborbestätigten Fälle wieder genesen sind – also 86,5 Prozent der bisherigen Gesamtfallzahl.

Kontaktbeschränkung in Niedersachsen wird gelockert

In Niedersachsen dürfen sich seit Montag 11. Mai wieder an Angehörige von zwei Haushalten treffen. Eine Obergrenze, wie viele Menschen aus zwei Haushalten sich so ab Montag nun treffen könnte, sei bisher nicht festgelegt.

Niedersachsen will außerdem bei einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen bereits frühzeitiger reagieren als Bund und Länder abgesprochen haben. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir in Niedersachsen schon deutlich früher entsprechende Maßnahmen ergreifen werden“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch in Hannover.

Das Land lockert langsam die Einschränkungen – Gastronomie öffnet wieder

Die Gastronomie in Niedersachsen ist einem Fünf-Stufen-Plan der Landesregierung zufolge am Montag, 11. Mai, wieder angelaufen. Restaurants, Gaststätten, Cafés und Biergärten sollen mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent sowohl im Innen- als auch im Außenbereich öffnen können. Das gab Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Montag (4. Mai) in Hannover bekannt. Eine weitere Öffnung der Gastronomie sei vom 25. Mai (Montag) an möglich. Bars oder Diskotheken sollen dem Plan zufolge bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

In Restaurants müssen dann Name und Telefonnummer angegeben werden, wie am Samstag, 9. Mai, bekannt wurde. Hintergrund: So könnten etwaige Infektionsketten besser nachverfolgt werden.

Die Hotellerie in Niedersachsen kann zufolge des Fünf-Stufen-Plans am 25. Mai (Montag) ihr Geschäft wieder aufnehmen. Mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent und weiteren Auflagen sollen Hotels, Pensionen und Jugendherbergen dann öffnen können. Bereits ab dem 11. Mai können Ferienhäuser und -wohnungen mit einer maximalen Auslastung von 50 Prozent wieder vermietet werden.

Corona- Gastronomie und Hotels in Niedersachsen bald wieder offen

Im öffentlichen Raum bleibt es bei den Kontaktverboten. Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum sind auch zukünftig in der Regel auf höchstens zwei Personen beschränkt.

Hiervon ausgenommen sind allerdings seit dem 11. Mai Zusammenkünfte von einer Person nicht nur mit den eigenen Angehörigen sondern auch mit Personen, die einem einzelnen weiteren Hausstand angehören.

Nach wie vor soll aber vermieden werden, dass sich Gruppen zum Beispiel zum Grillen treffen. Auch Partys jeglicher Art sind daher weiterhin untersagt. Ausnahmen gelten für Hochzeiten und Beerdigungen: Sie können im engsten Familien- und Freundeskreis begangen werden. Die Höchstgrenze liegt in beiden Fällen bei 20 teilnehmenden Personen.

Demonstrationen und Versammlungen unter freiem Himmel können von den örtlichen Behörden unter Auflagen zugelassen werden. Die Veranstalter müssen dafür sorgen, dass die Regeln etwa zum Abstand und zur Hygiene eingehalten werden.

Corona-Maßnahmen: Maskenpflicht gilt in Niedersachsen weiterhin

In Niedersachsen gilt eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Seit dem 27. April ist das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht.

Wer in Niedersachsen gegen die Pflicht zum Tragen einer Maske etwa beim Einkaufen oder in Bus und Bahn verstößt, dem droht ein Bußgeld von 20 Euro. Das hat die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Dienstag (05. Mai) in Hannover mitgeteilt. Niedersachsen hatte die Höhe des Bußgeldes bislang noch nicht festgelegt gehabt. Vielfach war zunächst auch auf ein Bußgeld verzichtet worden.

Der Einzelhandel kann seit Montag, 11. Mai, wieder ohne Beschränkung der Verkaufsflächen öffnen, eine Differenzierung nach Branchen ist nicht mehr vorgesehen. Allerdings gelten weiter Auflagen: Die Maskenpflicht etwa bleibt.

Braunschweiger Expertin- Corona-Maske nie an Kinn und Hals parken

VW- Maskenpflicht schon ab den Werkstoren

Vor Niedersachsen hatten bereits zahlreiche andere Bundesländer eine Pflicht erlassen oder angekündigt. In einzelnen Städten in Niedersachsen wie Wolfsburg gibt es bereits eine Maskenpflicht für Nahverkehr und Geschäfte, weitere wie Osnabrück und Braunschweig kündigten entsprechende Regelungen an, die dort ab Samstag (25. April) gelten sollen. Auch die Oppositionsfraktionen Grüne und FDP warben für eine landesweite Maskenpflicht.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten – darunter auch Fußballspiele und Gottesdienste. Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben Verordnungen angekündigt, die Großveranstaltungen als Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern ansehen.

Seit Mittwoch, 6. Mai, dürfen in Niedersachsen zudem unter Auflagen zum Beispiel Spielplätze, Museen und Zoos wieder öffnen sowie Gottesdienste und manche Freizeitsportarten möglich sein.

So geht es in den Schulen weiter

Ab Montag, den 11. Mai kommen mit den 12. Klassen weitere Schülerinnen und Schüler in die niedersächsischen Schulen. Auch die berufsbildenden Schulen nehmen weitere Schüler auf. Das gilt dann auch für Jugendwerkstätten, in denen die Schulpflicht erfüllt werden kann.

Ab Montag, 4. Mai, sollen die Viertklässler in die Schulen zurückkehren. Ein Gericht in Lüneburg hat nach der Klage einer Schülerin geurteilt, dass das rechtens ist. Vom 18. Mai an sollen auch die Drittklässler, die neunten und die zehnten Klassen wieder zur Schule.

In Niedersachsen sollen die Schüler bereits ab Mittwoch, 22. April, Online-Unterricht erhalten, bevor die Klassen vom 4. Mai an schrittweise wieder in die Schulen zurückkehren. Lediglich für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 beginne der Unterricht bereits am 27. April, kündigte Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag, 16. April, in Hannover an.

Die niedersächsischen Schulen sollen vom 25. Mai an in Phasen für weitere Klassen öffnen, so dass noch vor den Sommerferien alle Jahrgänge wieder in die Schule zurückkehren können – allerdings nicht alle auf einmal. Das gab Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am 4. Mai bekannt.

Für Träger von Kindertagesstätten besteht seit dem 9. Mai die Möglichkeit, die Kapazitäten auf bis zu 13 Kinder im Ü3-Bereich (halbe Gruppenstärke) zu erhöhen. In Notgruppen mit überwiegend Krippenkindern können bis zu acht Kinder betreut werden, in Hortgruppen bis zu 10 (ebenfalls halbe Gruppenstärke). Der Regelbetrieb soll am 1. August wieder anlaufen. Spielplätze sind geöffnet.

Am Samstag, 18. April, lehnte Kultusminister Tonne in einem Radiointerview entschieden den Vorstoß von Bundestagspräsident Schäuble ab, über eine Verkürzung der Sommerferien nachzudenken. Am 1. Mai äußerte Tonne die Hoffnung, dass in den Bund-Länder-Besprechungen am 6. Mai weitere Erleichterungen für Eltern beschlossen werden.

So gelingt die Rückkehr in die Schulen:

Schule im Corona-Modus – Das denken Braunschweiger Schüler

Braunschweigs Stadtschülerrat dreht Video zur Schul-Hygiene

Start der Lockerungen- Wie läuft die Schule wieder an?

Zentrale Hotline für alle Fragen

Für alle Bürgerfragen zur Corona-Pandemie hat die Landesregierung am Donnerstag, 26. März, eine zentrale Hotline geschaltet. Unter (0511) 120 6000 gebe es allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bei Detailfragen werde der Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartnern vermittelt.

Bereits seit Februar gibt es Telefonauskünfte des Landes zu Gesundheit unter (0511) 4505 555, Land- und Ernährungswirtschaft unter (0511) 120 2000 sowie Wirtschaft und Arbeit unter (0511) 120 5757.

So viele Corona-Todesfälle gibt es in Niedersachsen und der Region

In Niedersachsen sind 574 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden (Stand: 24. Mai, 13 Uhr) – 52 davon in Wolfsburg, 15 in Braunschweig, zwölf in Peine, 13 in Wolfenbüttel, acht in Salzgitter, vier in Gifhorn sowie einer in Helmstedt.

Die ersten Sterbefälle in unserer Region meldete die Stadt Wolfsburg: Am 24. März teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit, dass eine über 80 Jahre alte Frau im Klinikum Wolfsburg verstorben sei. Am Montag war bereits der Tod einer 70 Jahre alten Frau aus Wolfsburg bekannt geworden. In der Folge stieg die Zahl der Corona-Toten in Wolfsburg – auch aufgrund eines betroffenen Pflegeheims – auf mittlerweile 52 an.

Am Freitag, 27. März, bestätigte die Stadt Salzgitter den Tod einer etwa 80-jährigen Frau. Mittlerweile gibt es acht Todesfälle in Salzgitter, die mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehen.

Am Dienstag, 31. März, wurde schließlich auch der Tod eines 77-Jährigen in einem Braunschweiger Krankenhaus bekannt.

Der Landkreis Peine musste Anfang April erste Corona-Sterbefälle im Kreis vermelden: Am Donnerstag, 2. April, wurde ein Todesfall in Folge einer Corona-Infektion aus dem Kreis Peine gemeldet, im Laufe des Tages dann auch noch ein zweiter Todesfall.

Im Kreis Helmstedt wurde am 7. April der erste Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Bis zum 5. Mai waren im Kreis zwei Tote mit einer Infektion gemeldet – der Landkreis ruderte aber zurück.

Wie die Gifhorner Kreisverwaltung am 8. April mitteilte, sei auch im Kreis Gifhorn die erste Tote mit einer Infektion zu verzeichnen.

Die erste Corona-Tote im Landkreis Wolfenbüttel, die Bewohnerin eines Seniorenheims in Schladen, wurde am 9. April bekannt, der zweite Sterbefall wenige Zeit später. Mittlerweile sind 13 Personen aus dem Kreis mit einer Infektion verstorben.

Das Coronavirus in der Region um Braunschweig und Wolfsburg

In unserer Region sind bislang 105 Menschen am beziehungsweise mit dem Coronavirus gestorben (Stand: 24. Mai).

Hier erfahren Sie detailliert, wie sich die Coronavirus-Infektionen in der Region entwickeln – und was es zu beachten gilt:

Corona in Braunschweig- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Gifhorn- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Salzgitter und Umland – Was Sie jetzt wissen müssen

Corona im Landkreis Helmstedt- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Wolfsburg- Die Fakten auf einen Blick

Corona in Peine- Alle Fakten auf einen Blick

Corona im Landkreis Wolfenbüttel- Die Fakten auf einen Blick

Corona in Osterode- Ein Überblick über die Situation vor Ort

Das sind die Infektionszahlen für Niedersachsen

Am Sonntag, 24. Mai, berichtete das niedersächsische Gesundheitsministerium von 11.563 bestätigten Corona-Fällen. Betroffen sind nahezu alle Städte und Landkreise in Niedersachsen. Krankheitsfälle gibt es in den Kreisen Ammerland (171), Aurich (97) Celle (192), Cloppenburg (112), Cuxhaven (200), Diepholz (355), Emsland (439), Friesland (34), Gifhorn (125), Goslar (248), Göttingen (806), Grafschaft Bentheim (235), Hameln-Pyrmont (122), Harburg (526), Heidekreis (72), Helmstedt (138), Hildesheim (392), Holzminden (106), Leer (112), Lüchow-Dannenberg (19), Lüneburg (168), Nienburg (Weser) (72), Northeim (122), Oldenburg (221), Osnabrück (1169), Osterholz (109), Peine (143), Rotenburg (Wümme) (109), Schaumburg (160), Stade (216), Uelzen (43), Vechta (324), Verden (154), Wesermarsch (61), Wittmund (37), Wolfenbüttel (186) sowie in Braunschweig (326), Salzgitter (140), Wolfsburg (294), der Region Hannover (2256), in Oldenburg (169), Delmenhorst (61), Emden (19), Osnabrück (476) und in Wilhelmshaven (26).

Althusmann fordert unabhängige Produktion von Schutzmaterial

Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann wirbt in der Corona-Krise für eine neue Strategie zum Umgang mit Gesundheitskrisen. Um die Wirtschaft und das öffentliche Leben im Krisenfall besser herunter- und wieder herauffahren zu können, müsse die Bevorratung an Medikamenten, Impfstoffen und Schutzkleidung überdacht werden.

„Dazu gehört auch, unabhängiger von den Logistik- und Produktionsketten außerhalb Deutschlands und außerhalb Europas zu sein, gerade bei der Beschaffung von lebensnotwendigen Sicherheits- und Schutzmaterialien. Das ist für mich eine Lehre aus dieser Krise“, sagte Althusmann.

Ministerpräsident Weil: Die Lage ist ernst

Am Sonntag (22. März) kündigten Bund und Länder ein Kontaktverbot an

In Niedersachsen dürfen sich von Montag (11. Mai) an Angehörige von zwei Haushalten wieder treffen. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch (6. Mai) in Hannover an. So sei es beispielsweise möglich, dass sich zwei Paare von diesem Tag an wieder in einem Restaurant verabreden könnten. Eine Obergrenze, wie viele Menschen aus zwei Haushalten sich so ab Montag nun treffen könnten, sei bisher nicht festgelegt.

Zuvor waren Versammlungen von mehr als zwei Personen, Angehörige desselben Haushalts ausgenommen, wegen der Corona-Krise verboten. Ebenso wie Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen. Seit dem 6. Mai ist Sport auf Freiluftanlagen wieder erlaub – unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Auch etwa Museen und Zoos haben wieder geöffnet.

Kontaktverbot- Das sind die neuen Regeln – und die Strafen

VW schließt Werke wegen der Corona-Krise

Die Werke in Wolfsburg sind wieder geöffnet. Das lief nicht ganz ohne Probleme ab. So hielten sich Mitarbeiter zunächst beim Verlassen des Werkes nicht an Corona-Schutzbestimmungen. VW hat daraufhin weitere Regeln erlassen.

VW hatte die Produktion in seinen Werken wegen des Corona-Ausbruchs gestoppt. Das teilten die Arbeitnehmervertreter am 17. März mit. VW-Vorstandschef Herbert Diess sagte, dass ein Herunterfahren der Werke erforderlich sei, um das Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen. Es gehe nun vorrangig darum, die VW-Mitarbeiter und ihre Mitarbeiter zu schützen.

Volkswagen hat die wegen des Coronavirus bereits geltende Produktionsruhe in den deutschen Werken am Dienstag (31. März) bis zum 19. April verlängert. Ursprünglich war mit dem Betriebsrat ein Stillstand der Automobilproduktion bis zum 9. April vereinbart worden. Am 15. April verschob Volkswagen die Wiederaufnahme der Produktion dann nochmals auf Montag, den 27. April. Das sagte der Emder VW-Betriebsratschef Manfred Wulff NDR 1 Niedersachsen.

Am 17. April wurde dann bekannt, wie ernst die Lage für den Wolfsburger Autobauer ist: Im März lieferte der Konzern weltweit 37,6 Prozent weniger Fahrzeuge aus. In der Folge forderten unter anderem VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Markenchef Ralf Brandstätter einen „Impulsstoß“ in Form staatlicher Kaufanreize.

Am Freitag, 8. Mai, wurde bekannt, das VW doch wieder Schichten streichen wird.

Niedersachsen schnürt Milliardenpaket gegen Corona-Folgen

Dass so schnell eine Ausnahme vom Neuverschuldungsverbot in der Landesverfassung nötig sein würde, das hätten sich wohl weder Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) noch Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) träumen lassen. Am Dienstag (17. März) verkündeten beide Regierungsmitglieder Seite an Seite, dass Niedersachsen 4,4 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Folgen bereitstellen will. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die weitreichenden Folgen für die Wirtschaft des Landes zu mildern - und Geld für notwendige Ausrüstung im Gesundheitssystem zur Verfügung zu stellen.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte am Dienstag (31. März) an, das Land Niedersachsen wolle seine S oforthilfe für unter der Corona-Krise leidende Unternehmen um rund 200 Millionen Euro aufstocken. Das Geld solle die Liquidität kleiner Unternehmen mit 11 bis 49 Beschäftigten sichern.

Wegen Corona setzt das Land das Neuverschuldungsverbot („Schuldenbremse“) außer Kraft. Das ist für Notlagen vorgesehen. „Wir werden mit aller Macht für unsere Wirtschaft kämpfen“, sagte Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am 25. März. Bei der NBank, die Hilfsprogramme abwickeln soll, fielen aber laut Berichten erst einmal die Server aus. Zu neuen 1,4 Milliarden Euro kommt ein erhöhter Bürgschaftsrahmen von 3 Milliarden Euro.

Auch die Städte stellen Corona-Härtefallfonds zur Verfügung – wie beispielsweise Braunschweig.

Weil die Förderbank NBank zudem von Dienstagabend (31. März) an auch Hilfsmittel des Bundes bereitstellt, wurde die bisherige Richtlinie für die Soforthilfe durch zwei neue ersetzt. Diese sehen gestaffelte Finanzspritzen vor.

Corona: Abitur-Notfallpläne in Niedersachsen

Niedersachsen hatte wegen der Ausbreitung des Coronavirus alle Schulen geschlossen. Die Schulsperrung galt ab dem 16. März. Nach zwei Wochen außerplanmäßiger Schließung begannen am 30. März nahtlos zwei Wochen Osterferien.

In der Beratung zwischen Bund und Ländern am 15. April einigten sich die Politiker darauf, dass der Schulstart bundesweit ab dem 4. Mai wieder aufgenommen werden soll – und zwar schrittweise. In Niedersachsen soll der Anfang am 27. April mit den Abschlussklassen gemacht werden. Dies seien die Jahrgänge 13 und 10, sagte Ministerpräsident Weil.

In Niedersachsen sollen die Schüler bereits ab Mittwoch, 22. April, Online-Unterricht erhalten, bevor die K lassen vom 4. Mai an schrittweise wieder in die Schulen zurückkehren. Lediglich für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 beginne der Unterricht bereits am 27. April, kündigte Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag, 16. April, in Hannover an.

Die niedersächsischen Schulen sollen vom 25. Mai an in Phasen für weitere Klassen öffnen, so dass noch vor den Sommerferien alle Jahrgänge wieder in die Schule zurückkehren können – allerdings nicht alle auf einmal. Das gab Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am 4. Mai bekannt.

Am Samstag, 18. April, lehnte Kultusminister Tonne in einem Radiointerview entschieden den Vorstoß von Bundestagspräsident Schäuble ab, aber eine Verkürzung der Sommerferien nachzudenken.

Wer wird auf das Coronavirus getestet?

Das Robert-Koch-Institut nennt folgende Kriterien:

1. Akute grippeähnliche Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person.

2. Hinweise auf eine virale Lungenentzündung.

3. Akute grippeähnliche Symptome bei Patienten aus einer Risikogruppe (zum Beispiel Alter über 60, Asthmatiker, Diabetiker…) oder bei Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen und Krankenhäusern.

4. Bei akuten grippeähnlichen Symptomen ohne Risikofaktoren soll nur bei ausreichender Kapazität getestet werden.

Coronavirus-Testzentren und mobile Teams im Einsatz ­– „Drive-In“ in Braunschweig

Im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung haben inzwischen in zahlreichen Landkreisen spezielle Testzentren ihre Arbeit aufgenommen. Dort, wo es noch keine solche Zentren gibt, seien mobile Testteams unterwegs, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit. Sie nehmen in begründeten Corona-Verdachtsfällen Abstriche von Patienten. Testzentren gibt es unter anderem in Braunschweig, Wilhelmshaven, Oldenburg, Vechta, Hannover, Aurich und Lüneburg, aber auch in Peine. Außerdem wurde ein Verteilzentrum für Schutzkleidung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal eingerichtet. Wolfenbüttels Landrätin Christiana Steinbrügge gab am Donnerstag, 12. März, bekannt, dass der Landkreis Wolfenbüttel ein eigenes Corona-Testzentrum vorhält.

„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir mit Hilfe der Testzentren und der mobilen Teams das Infektionsrisiko für das medizinische Personal in der niedersächsischen Arztpraxen vermindern und die weitere Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen“, sagte KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch. Abstriche werden nach KVN-Angaben nur auf ärztliche Anforderung vorgenommen. Patienten müssten also von einem Arzt angemeldet werden – sie sollten keinesfalls selbstständig in die Corona-Testzentren kommen, um sich überprüfen zu lassen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat zudem in Braunschweig einen „Drive-In“ eingerichtet (Stand 3. April). Dort können im Fünf-Minuten-Takt Abstriche gemacht werden, wie KV-Bezirksgeschäftsführer Stefan Hofmann mitteilt. Außerdem kann das Labor aufgrund schnellerer Testverfahren in kürzerer Zeit mehr Abstriche analysieren als bisher. Das heißt: Wer grippeähnliche Symptome hat, ruft nach wie vor seinen Hausarzt an. Dieser prüft, ob nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein Test infrage kommt und informiert dann die KV. Die wiederum vereinbart mit dem Patienten kurzfristig einen Drive-In-Termin in Braunschweig.

Wolfsburg soll vorerst keinen eigen Test-Drive-In erhalten.

Coronavirus: Weil kündigt Krisenstab im Innenministerium an

Im Kampf gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Niedersachsen wird die bisher tätige Koordinierungsgruppe in einen Krisenstab umgewandelt. „Wir werden einen Krisenstab unter der Leitung des Sozialministeriums und mit Unterstützung des Innenministeriums bilden“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil dem Politikjournal „Rundblick“ am Mittwoch, 11. März. „Wenn die Zahlen steigen – und das werden sie – brauchen wir eine stabsmäßige Organisation, um effektiv handeln zu können“, erklärte der SPD-Politiker.

Die Koordinierungsgruppe ist ressortübergreifend, in ihr sitzen auch Experten aus dem Gesundheitswesen. Sie bewertet die Lage täglich neu.

Quarantäne für Kontaktpersonen

Für Menschen, die mit Corona-Patienten Kontakt hatten, gilt: Kontaktpersonen von Patienten oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit entsprechenden Symptomen sollten isoliert und so schnell wie möglich auf das Virus getestet werden, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann. Im Falle einer Ansteckung würden die entsprechenden Kontaktpersonen ermittelt.

„Diese werden dann ebenfalls unter Quarantäne gestellt und bei auftretenden Symptomen getestet“, erklärte Reimann.

In allen Bundesländern gibt es inzwischen nachgewiesene Infektionen mit dem neuen Coronavirus. Vor allem in Nordrhein-Westfalen gibt es viele registrierte Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2 genannten Erreger.

Weitere Informationen gibt es im nationalen Newsblog.

Nicht jeder Infizierte wird auch krank

Doch nicht jeder Infizierte erkrankt. Die Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Ziel ist, möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem zu erhalten.

Angespannte Lage: viele Unternehmen beantragen Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit steigt

Die Corona-Krise hat die Kurzarbeit in Niedersachsen auf einen neuen Höchststand getrieben. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Hannover mitteilte, zeigten die Unternehmen im März und April für bis zu eine Million Beschäftigte eine Verringerung der regulären Arbeitszeit an – zehn Mal häufiger als in der Finanzkrise 2009/2010. Die Zahl der Arbeitslosen nahm zwischen März und April um rund zwölf Prozent auf fast 247.000 zu.

Nicht anders sieht es in unserer Region aus: Seit März haben nach vorläufigen Zahlen mehr als 8.800 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, 167.300 Beschäftigte sind betroffen. Wolfsburg mit dem Riesen-Arbeitgeber Volkswagen macht mehr als ein Drittel der Beschäftigten aus. Von März auf April haben sich zudem 4.000 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Arbeitsagenturen in unserer Region am 30. April mitteilten. Insgesamt waren damit 34.916 Menschen ohne Job, das sind 13 Prozent mehr als noch im März. dpa/red

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

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