Entlassung von MHH-Vize: Unverständnis bei Personalratschefin

Hannover.  Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler verteidigt die Entlassung von MHH-Vize Tecklenburg. Zuvor gab es Kritik an der Entscheidung.

Die Entlassung des Vizepräsidenten der Medizinischen Hochschule Hannover Andreas Tecklenburg sorgt für weitere Diskussion.

Die Entlassung des Vizepräsidenten der Medizinischen Hochschule Hannover Andreas Tecklenburg sorgt für weitere Diskussion.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler hat die Entlassung des Vizepräsidenten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Zusammenhang mit dem Fall Igor K. verteidigt.

„Klar ist, dass es im Zusammenhang mit dem Fall Igor K. Defizite bei der Meldekette in der MHH gab und ein mangelndes Bewusstsein für die Gefahrenlage“, sagte der CDU-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). Der Vertrag mit Andreas Tecklenburg sei im Einvernehmen aufgehoben worden.

Tecklenburg-Entlassung stößt bei MHH-Personalratschefin Ulrich auf Entsetzen

Zuvor hatte sich die MHH-Personalratschefin Jutta Ulrich „entsetzt“ zur Freistellung von Tecklenburg geäußert: „Ob von politischer Seite mit Augenmaß vorgegangen wird, stellen wir infrage.“

Hintergrund der Auflösung des Vertrags von Andreas Tecklenburg waren laut Thümler „erhebliche Zweifel an der Organisation innerhalb der MHH“ im Fall des aus Montenegro eingereisten mutmaßlichen Clanmitglieds, das an der Uniklinik behandelt worden war.

Die Suche nach einem Nachfolger werde die Aufgabe einer jetzt zu gründenden Findungskommission an der MHH sein, sagte Thümler der Zeitung. „Ich erwarte, dass die Kommission sich zügig zusammensetzt.“

Tecklenburg war seit 2004 für die Krankenversorgung zuständig. Seine Aufgaben übernimmt kommissarisch der Direktor der Kinderchirurgie, Benno Ure.

Streit über Kosten für MHH-Behandlung

Der 35-jährige Igor K. war zwei Wochen lang in Hannover behandelt worden, nachdem in Montenegro ein Mordanschlag auf ihn verübt worden war. Die deutsche Polizei ging von Verbindungen zur organisierten Kriminalität aus und befürchtete einen neuerlichen Anschlag auf den Montenegriner in der Klinik. Der aufwendige Polizeischutz hatte wegen der Kosten viel Kritik hervorgerufen.

Allein die Personalkosten werden auf rund 900.000 Euro geschätzt. Das sagte der hannoversche Polizeipräsident Volker Kluwe am Montag in einer Ausschuss-Sondersitzung im Landtag in Hannover. dpa

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