Jedes dritte Schulkind in Niedersachsen hat psychische Probleme

Hannover.  Bei 2,2 Prozent aller DAK-versicherten Schulkinder zwischen 10 und 17 Jahren in Niedersachsen wurde im Jahr 2017 eine Depression diagnostiziert.

Fast jedes dritte Schulkind in Niedersachsen hat laut Zahlen der Krankenkasse DAK psychische Probleme.

Fast jedes dritte Schulkind in Niedersachsen hat laut Zahlen der Krankenkasse DAK psychische Probleme.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Fast jedes dritte Schulkind in Niedersachsen hat psychische Probleme. 29 Prozent aller Jungen und Mädchen im Alter bis 17 Jahren sind betroffen, wie eine Studie der Krankenkasse DAK ergeben hat.

Vor allem jüngere Schulkinder fallen danach durch Entwicklungsstörungen auf, wie ein DAK-Sprecher der am Donnerstag mitteilte. Dazu gehörten etwa Sprach- und Verhaltensstörungen sowie ADHS.

DAK: 2,2 aller Schulkinder zwischen 10 und 17 in 2017 mit Depression

Bei 2,2 Prozent aller DAK-versicherten Schulkinder zwischen 10 und 17 Jahren in Niedersachsen wurde im Jahr 2017 eine Depression diagnostiziert, bei 2,1 Prozent eine Angststörung. Hochgerechnet sind damit insgesamt etwa 29.000 Schulkinder dieser Altersklasse betroffen, Mädchen doppelt so häufig wie Jungen.

Typisch für Depressionen seien etwa Niedergeschlagenheit und Interessenverlust, hieß es weiter. In schweren Fällen gebe es Schwierigkeiten, alltägliche Aktivitäten fortzusetzen. Betroffene zögen sich extrem zurück und schafften es kaum noch, in die Schule zu gehen.

Jedes vierte betroffene Kind mehrfach in stationärer Behandlung: „Alarmierende Quote“

Jedes 14. niedersächsische Schulkind zwischen 10 und 17 Jahren wurde 2017 nach einer entsprechenden Diagnose stationär behandelt, im Durchschnitt 45 Tage lang.

Nach der Entlassung fehle oft eine passende ambulante Nachsorge, kritisierte die Krankenkasse. In der Folge sei mehr als jedes vierte dieser Kinder innerhalb von zwei Jahren mehrfach in stationärer Behandlung. Diese Quote sei „alarmierend“, sagte Dirk Vennekold, Leiter der DAK-Niedersachsen. „Wir haben offenkundige Versorgungslücken nach der Krankenhausentlassung, die wir dringend schließen müssen.“

Häufiger als psychische Störungen wurden bei Niedersachsens Schülern Atemwegserkrankungen, Infektionen und Augenleiden festgestellt. dpa

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