„Weddeler Schleife muss kommen“

Hannover.  Der neue Streit um die Finanzierung löst in der Region offenen Protest aus. Geht der Bund auf Distanz zu früheren Zusagen?

Mit dem Ausbau der Bahnstrecke sollen Personen- wie auch Güterverkehr besser rollen.

Mit dem Ausbau der Bahnstrecke sollen Personen- wie auch Güterverkehr besser rollen.

Foto: Grafik: Jürgen Runo / Jürgen Runo

Das teilweise Abrücken des Bundes vom vereinbaren Großprojekt „Weddeler Schleife“ hat nicht nur in der Landesregierung deutliche Irritationen ausgelöst. „Ich bin entsetzt, dass die Lösung, die Olaf Lies als Landesverkehrsminister initiiert hat, vom Bund nicht weiterverfolgt wird“, erklärte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD). „Wir brauchen den zweigleisigen Ausbau schon seit Jahren. Weitere Verzögerungen sind nicht hinzunehmen“, so Mohrs.

„Unglaubwürdig und vorgeschoben“

„Das plötzliche Pokerspiel der „Großen Koalitionen“ in Berlin und Hannover ist grotesk. Die Weddeler Schleife ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte unserer Region“, sagte auch der Wolfenbütteler Bundestagsabgeordnete der Linken, Victor Perli. Die Finanzierungsprobleme seien unglaubwürdig und vorgeschoben. Perli ist Mitglied des Haushaltsausschusses und Berichterstatter für das Verkehrsministerium. Die Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag forderte Bund, Land und den Regionalverband Braunschweig auf, kurzfristig gemeinsam nach einer Finanzierung zu suchen. „Bei vielen anderen Verkehrsprojekten gibt es Probleme mit langen Planungszeiten. Hier bei der ‚Weddeler Schleife‘ steht die Planung“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Detlev Schulz-Hendel. „Wir erwarten jetzt von den Ministern Bernd Althusmann und Andreas Scheuer, die kluge Planungsvereinbarung aus dem Jahr 2017 von Land und Bund zusammen mit dem Regionalverband Braunschweig umzusetzen“, erklärte Schulz-Hendel.

Die Finanzierung für ein zweites Gleis der Bahnstrecke zwischen Braunschweig und Wolfsburg ist noch immer nicht gesichert, wie unsere Zeitung berichtete. Das Projekt soll etwa 150 Millionen Euro kosten, 71 Millionen fehlen nach Informationen unserer Zeitung noch in der Finanzierung. Das Thema sei bei Minister Althusmann „ganz oben auf der Agenda“, betonte eine Sprecherin des niedersächsischen Wirtschafts- und verkehrsministeriums am Mittwoch in der Landespressekonferenz Niedersachsen. Am Donnerstag nächster Woche steht das Bahnprojekt auf der Tagesordnung des Bundestags-Haushaltsausschusses.

Falko Mohrs fordert Kraftanstrengung

„Bei einem bayerischen Verkehrsprojekt würden wir sowas nicht erleben“, sagte Perli. Diskutiert wird nun offenbar ein Teilausbau der 21 Kilometer langen Strecke. 2016 hatten der damalige Landesverkehrsminister Olaf Lies (SPD) und Bundes-Staatssekretär Enak Ferlemann eine Einigung über den Bau des zweiten Gleises verkündet. Der Wolfsburger SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs forderte eine „gemeinsame Kraftanstrengung“. Zusagen durch das Bundesverkehrsministerium müssten eingehalten werden, so der SPD-Abgeordnete.

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