5000 wollen gegen AfD protestieren – Gauland unbeeindruckt

Braunschweig.  Die Kritik vom Landesbischof vor dem Parteitag in Braunschweig hält er für „dummes Zeug“.

AfD-Parteichef Alexander Gauland.

AfD-Parteichef Alexander Gauland.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Gegen den AfD-Bundesparteitag in Braunschweig formiert sich immer mehr Widerstand. Mindestens 5000 Menschen wollen laut dem „Bündnis gegen Rechts“ am 30. November demonstrieren. Zuletzt kündigte der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns seine Teilnahme an, zeigte sich besorgt über die AfD.

Parteichef Alexander Gauland sagte unserer Zeitung nun, dass ihn der Protest nicht beeindrucke. Die Kritik des Landesbischofs bezeichnete er als „dummes Zeug“. Laut Meyns hätten führende Vertreter der AfD sich zunehmend in einer Weise geäußert, die „vom völkischen Denken, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geprägt ist“.

Auch zur Kritik des VW-Betriebsrates äußerte sich Gauland. Der Betriebsrat hatte gefordert, den Namen Volkswagen während des Parteitags in der VW-Halle abzudecken. Gauland sagte dazu: „Jeder blamiert sich so, wie er kann.“ Laut Gauland fiel die Wahl auf Braunschweig als Ort des Parteitages aufgrund der Verfügbarkeit von passenden Hallen. „Das ist ja für uns nicht immer einfach“, so der AfD-Bundestagsfraktionschef.

David Janzen vom „Bündnis gegen Rechts“wollte Gaulands Aussagen nicht ausführlich kommentieren. „Unser Ziel ist es nicht, Herrn Gauland zu beeindrucken. Wir wollen die Menschen mobilisieren, die sich um einen Rechtsruck sorgen. Diese Leute sehen, wie sich die AfD zu einer rechtsextremen Partei entwickelt.“

Ein Bündnis, das sich selbst als „linksradikal“ bezeichnet, ruft nun ebenfalls zum Protest gegen den AfD-Parteitag auf. „Durch direkte Aktionen, durch Blockaden, durch Handarbeit wollen wir den Nazis ihren Bundesparteitag so effektiv wie möglich versauen! Beteiligt euch an Blockaden, macht Aktionen!“, heißt es im Aufruf. Janzen vom „Bündnis gegen Rechts“ bezeichnete dies als „markige Worte“. Sein Bündnis stehe hingegen für „friedlichen Protest“.

Die wichtigsten Infos zum AfD-Bundesparteitag in Braunschweig

Gauland ließ offen, ob er in Braunschweig erneut für den Parteivorsitz kandidiert.Die Entscheidung wolle er spontan treffen, sagte der 78-Jährige.

Mit Spannung erwartet wird indes der Ausgang der Landtagswahl in Thüringen am Sonntag – das gilt besonders mit Blick auf den thüringischen AfD-Spitzenkandidaten und Partei-Rechtsaußen Björn Höcke. Dieser könnte – gestärkt durch die Wahl in Thüringen – sich in Braunschweig zu einem der beiden AfD-Chefs wählen lassen. Gauland reagierte zurückhaltend. Er sagte: „Jeder muss die Entscheidung selbst treffen, ob er sich den Delegierten zur Wahl stellt. Das habe ich nicht zu kommentieren.“

Die AfD hat sich im niedersächsischen Landtag von Rechtsextremismus distanziert. „Wir lehnen jede Art von Extremismus ab – auch den Rechtsextremismus“, sagte der Abgeordnete Jens Ahrends am Freitag in Hannover. Die SPD kritisierte, die AfD wolle sich durch die öffentliche Distanzierung bürgerlicher darstellen als sie in Wahrheit sei.

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