Hilfe gegen „Siechtum“ der Wälder

Hannover.  Niedersachsen gibt sofort 1,5 Millionen Euro. Grüne: Das ist viel zu wenig.

Fraßspuren des Borkenkäfers sind an einem Stück Baumrinde zu sehen.

Fraßspuren des Borkenkäfers sind an einem Stück Baumrinde zu sehen.

Foto: David Taneèek / dpa

Erst Sturmschäden, dann Dürre, Brände und nun auch noch starker Borkenkäferbefall: Vielen Wäldern in Niedersachsen geht es derzeit deutlich schlechter als noch vor wenigen Jahren. Deswegen stellt das Land den Waldbesitzern eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld soll die Ausbreitung des Borkenkäfers bekämpft werden, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Montag bekanntgab. „Die Waldbesitzer erleben aktuell ein flächenhaftes Siechtum ihrer Wälder“, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nach einem Treffen mit dem Waldbeirat, dem 21 Organisationen angehören. „Die Erhaltung unseres Waldes hat für mich in diesem Jahr höchste Priorität.“

Zwei Drittel der Soforthilfe entfallen auf die Beschaffung von Borkenkäferfallen und Borkenkäferlockstoffen, die den privaten und kommunalen Waldbesitzern unentgeltlich überlassen werden. Zudem wird beispielsweise der Einsatz geschulter Hilfskräfte zur Früherkennung von Schäden durch den Borkenkäfer gefördert. Die sogenannten Waldläufer sollen die Förster unterstützen und entlasten.

Otte-Kinast zufolge ist das Baumsterben mittlerweile nicht mehr auf Fichten begrenzt, sondern hat sich auf Buchen, Kiefern, Eichen und Ahorn ausgeweitet. Alleine in diesem Jahr sei angesichts von Hitze und Trockenheit eine baumlose Fläche von rund 10 000 Hektar entstanden. Die Zahl abgestorbener Bäume gehe in die Millionen. Neben der Soforthilfe sei die Wiederbewaldung zerstörter Flächen die wichtigste Aufgabe, sagte die Ministerin.

Die Grünen-Agrarpolitikerin Miriam Staudte kritisierte, Otte-Kinast habe den Schutz der Wälder „regelrecht verschlafen“, so dass nun zu wenig Geld bereitstehe. Staudte verwies auf Hessen: Dort hatte die Landesregierung im August angekündigt, bis 2023 rund 170 Millionen Euro in die Wälder zu investieren, weitere 30 Millionen Euro soll der Bund beisteuern. Debatte

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