Hornburger erstattet Strafanzeige gegen Nationalpark Harz

Harz.  Der Forstoberamtsrat a.D. Hinrich Schüler zieht gegen „großflächige Waldzerstörung“ zu Felde. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft.

Aufgrund der „großflächigen Waldzerstörung“ hat Hinrich Schüler Strafanzeige gegen den Nationalpark Harz erstattet.  Eggers / GZ-Archiv

Aufgrund der „großflächigen Waldzerstörung“ hat Hinrich Schüler Strafanzeige gegen den Nationalpark Harz erstattet.  Eggers / GZ-Archiv

Strafanzeige wegen Untreue gegen den Nationalpark Harz erstattet hat der Hornburger Forstoberamtsrat a.D. Hinrich Schüler – wegen der „großflächigen Waldzerstörung im Harz“. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigt den Eingang der Anzeige. Darin würden verschiedene Straftatbestände benannt, ob diese rechtlich einschlägig sein könnten, werde aktuell geprüft. Von einer Untreue als reinem Korruptionsdelikt werde derzeit nicht ausgegangen.

Den Untreue-Vorwurf nach Paragraf 266 Strafgesetzbuch begründet Hinrich Schüler neben vielen anderen akribisch dokumentierten Punkten mit der Untätigkeit der Nationalpark-Verwaltung angesichts des massiven Waldsterbens durch Borkenkäferbefall. Die Lage im deutschen Wald, so Schülers Einschätzung, entwickele sich in Richtung einer „nationalen Katastrophe“. Diese sei allerdings im Harz besonders augenfällig. Was Hinrich Schüler wiederum mit von Experten bearbeiteten Karten dokumentiert, die auf Satellitenaufnahmen der europäischen Weltraumorganisation ESA basieren. Das Schrumpfen der Fichtenbestände und das rapide Anwachsen der geschädigten Flächen allein zwischen den Jahren 2003 und 2018 springt demnach fast mehr noch als der Anblick vor Ort ins Auge. Dabei, so Schüler, müsse geprüft werden, ob im Nationalpark nicht gegen gesetzliche Bestimmungen für Schutzgebiete verstoßen werde. Er verweist in Unterlagen für die Staatsanwaltschaft neben vielem anderen auch auf das „allgemeine Verschlechterungsverbot in Natura-2000-Gebieten“.

Verstöße gegen das Haushaltsrecht, die Landesvermögen geschädigt haben könnten, werden ebenso angeführt wie die Schädigung privater oder staatlicher Forstflächen, die durch den 500-Meter-Sicherheitsstreifen rund um den Nationalpark keineswegs vor dem Borkenkäfer geschützt würden. Parallel dazu wird hinterfragt, was aus den laut Nationalpark vier Millionen angepflanzter Buchen geworden sei. Hier gehe es, so Schüler, um Millionenbeträge, wobei nicht bekannt sei, ob eine „Anwuchskontrolle“ überhaupt vorgenommen werde.

Die Liste der Vorwürfe, die Schüler gegen den Nationalpark Harz erhebt, ist lang. Selbst der Denkmalschutz wird ins Spiel gebracht, denn durch den Rückbau der Zulaufgräben sei der Bestand des zum Unesco-Welterbe zählenden Abbe-Grabens gefährdet.

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