Stromtrasse Südlink soll doch nicht durch unsere Region führen

Braunschweig.  Aufatmen in den Kreisen Peine, Wolfenbüttel und Goslar. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW haben in Berlin ihre Empfehlung vorgestellt.

Rohre, in denen Erdkabel Strom transportieren sollen, werden im Münsterland verlegt.

Rohre, in denen Erdkabel Strom transportieren sollen, werden im Münsterland verlegt.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Der Verlauf der gigantischen unterirdischen Stromtrasse Südlink wird konkreter – und soll entgegen ursprünglicher Pläne doch nicht durch unsere Region führen. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW präsentierten am Donnerstag in Berlin ihren Vorschlag, den sie in den kommenden Wochen bei der Bundesnetzagentur einreichen wollen.

Die eigentlich favorisierte Variante führt die gut 700 Kilometer lange Trasse vom Norden durch den Kreis Peine, die Wolfenbütteler Exklaven Baddeckenstedt und Burgdorf, Seesen im Kreis Goslar sowie Gemeinden im Kreis Göttingen. Die jetzt von den Netzbetreibern vorgelegte Route schlängelt sich westlich an Hannover, Hildesheim und Göttingen vorbei Richtung Süden.

Erleichterung in der Region

In unserer Region herrscht große Erleichterung. Der Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier (SPD) erklärte, dass es Verantwortung für die Energiewende brauche. Er gab aber zu: „Die Vorentscheidung löst eine gewisse Beruhigung in unserer Region aus.“

Ähnlich äußerte sich Peines Landrat Franz Einhaus. Der Landkreis wäre mit Peine, Edemissen, Hohenhameln, Ilsede und Lahstedt gleich mehrfach betroffen. „Wer die Windenergie will, braucht auch Stromtrassen. Es ist dennoch eine gute Botschaft, dass die Region wohl nicht betroffen sein wird“, sagte Einhaus. Schließlich werde die kleinere Stromtrasse Wahle-Mecklar schon in wenigen Jahren durch den Kreis Peine führen.

Jetzige Route ist 20 Kilometer kürzer als die erste

Die Bundesnetzagentur will bis Ende des Jahres den endgültigen Trassenverlauf benennen. Es ist davon auszugehen, dass die Behörde der Empfehlung der Netzbetreiber folgen wird. Diese betonten, sie hätten sich an Kriterien wie Wasser-, Natur- und Artenschutz oder auch Baugebieten orientiert, nicht an politischen Wünschen. Den Sinneswandel bei der Trassenführung erklärte Tennet-Sprecher Mathias Fischer mit der Detailtiefe.

Insgesamt wurden 150 Kriterien in Betracht gezogen. Zuerst waren es 50 Kriterien. Menschen, Tiere und Pflanzen sollten möglichst wenig beeinträchtigt werden, etwa indem man nicht in Schutzgebieten oder Mooren buddelt, sagte Fischer. Aber auch Autobahnen und Schienen sollen vermieden werden – das ist kompliziert und teuer. Die jetzige Route ist 20 Kilometer kürzer als die erste.

Mit 315 Kilometern bekommt Niedersachsen den Plänen nach den längsten Teil der Erdkabel. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte: „Es ist gut für die Akzeptanz, dass die Trasse jetzt im Gegensatz zu vorher überwiegend unterirdisch verlaufen soll.“ Der Südlink kostet zehn Milliarden Euro. Er soll 2025 fertig sein.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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