Althusmann sieht Kramp-Karrenbauer als "Brückenbauerin"

Hannover.   Nach ihrem knappen Sieg muss sich die neue CDU-Bundesvorsitzende jetzt auch um die Anhänger von Friedrich Merz kümmern, meint der CDU-Landeschef.

Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU Niedersachsen, spricht von der bisherige CDU-Generalsekretärin als kluger Kopf (Archivbild).

Bernd Althusmann, Landesvorsitzender der CDU Niedersachsen, spricht von der bisherige CDU-Generalsekretärin als kluger Kopf (Archivbild).

Foto: Peter Steffen / dpa

Niedersachsens CDU-Landeschef Bernd Althusmann (CDU) erwartet von der neu gewählten Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, den unterlegenen Merz-Flügel einzubinden. "Das ist eine ganz besondere Herausforderung, aber sie ist Brückenbauerin", sagte Althusmann am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie könne die Partei einen, "sie kann zusammenführen". Es werde nun die Entscheidung von Friedrich Merz sein, wie stark er sich einbinden lasse. "Sein Sach- und Fachverstand ist in der Union gefragt und gewünscht", betonte der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident.

Althusmann im CDU-Präsidium

Bei dem CDU-Parteitag in Hamburg hatte sich die bisherige Generalsekretärin bei einer Stichwahl um den Parteivorsitz gegen Ex-Unionsfraktionschef Merz knapp durchgesetzt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann wurde am Freitag mit 69 Prozent der Stimmen neu ins CDU-Präsidium gewählt. Er folgt auf den Europaabgeordneten David McAllister, der bis 2013 niedersächsischer Ministerpräsident und bis 2016 CDU-Landeschef war.

McAllister befürchtet nach dem knappen Sieg für Kramp-Karrenbauer keine Spaltung der CDU. "Die Entscheidung auf dem Bundesparteitag war ein Beispiel lebendiger, innerparteilicher Demokratie", sagte der Europaparlamentarier der dpa. Er habe Althusmann als seinen Nachfolger im CDU-Präsidium vorgeschlagen, betonte McAllister. Hintergrund für seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur seien seine zwei neuen Funktionen als Vizepräsident der Europäischen Volkspartei (EVP) und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament.

Insgesamt sind jetzt vier Niedersachsen im CDU-Bundesvorstand. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Sie erhielt allerdings mit 57,47 Prozent die geringste Stimmenzahl der fünf Stellvertreter von AKK. Henning Otte, Bundestagsabgeordneter aus Celle, ist erneut Mitgliederbeauftragter der CDU Deutschlands. Elisabeth Heister-Neumann wurde von den Delegierten als Beisitzerin im Amt bestätigt, wie die niedersächsische CDU mitteilte. Die Kreisvorsitzende der CDU Helmstedt wurde vor vier Jahren zum ersten Mal in den Bundesvorstand gewählt.

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