Niedersachsen gibt 100 Millionen Euro für Sportstätten-Sanierung

Osnabrück.  Innenminister Pistorius stellte dazu erste Eckpunkte vor. Die VW-Milliarde macht Förderung möglich. Nun sind Kommunen und Vereine am Zug.

Symbolbild.

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Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Es gibt mehr Geld für Turnhallen, Sportplätze und Schwimmhallen in Niedersachsen. Kommunen und Vereine können Sanierungsmittel beantragen. Die Landesregierung will in den kommenden vier Jahren, wie vom Landessportbund beantragt, 100 Millionen Euro dafür zur Verfügung stellen, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Samstag beim Landessporttag in Osnabrück.

Laut Pistorius sollen 80 der 100 Millionen den Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. „Das Programm soll ein wesentlicher Baustein dafür sein, den jahrelangen Investitionsstau bei der Sportstätteninfrastruktur abzubauen“, betonte der Minister. Zudem sollen vereinseigene Sportstätten von dem Programm profitieren. Dafür werden in den nächsten vier Jahren jeweils fünf Millionen Euro über den Landessportbund an die Vereine fließen. Das ist rund doppelt so viel wie ohnehin geplant, ordnete Landessportbund-Präsident Wolf-Rüdiger Umbach die Zahlen ein. Der 73-Jährige aus Rottorf im Kreis Helmstedt wurde am Sonnabend in Osnabrück einstimmig wiedergewählt.

Die 100 Millionen seien ein richtiger erster Schritt, betonte Umbach. „Wir haben beim Landessporttag dem Sportminister und dem Finanzminister aber deutlich gemacht, dass dies nur der Anfang sein darf“, berichtete er unter Verweis auf den riesigen Sanierungsstau. „Wir haben seit Jahren keine Schwimmbäder und Freiflächen saniert.“ Der Bedarf bei den Vereinen läge laut einer LSB-Erhebung in den nächsten zehn Jahren bei 500 Millionen Euro, „bei den Kommunen geht es in die Milliarden.“

Deshalb laute die Forderung des LSB, die 20 Millionen für die Kommunen und 5 Millionen für die Vereine „auf zehn Jahre zu verstetigen.“ Ansonsten, malt es Umbach drastisch aus, bekäme man bei den Sportstätten in manchen Regionen „einen Status, wie wir ihn in den 90er-Jahren in der DDR vorgefunden haben – speziell bei uns am Zonenrand.“ Dort sei es für Kommunen wie Helmstedt ohnehin schwierig, die Eigenleistungen zur Gegenfinanzierung aufzubringen – Voraussetzung, um die Landeszuschüsse abrufen zu können.

Als sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion nannte Dunja Kreiser (SPD) die Entscheidung gegenüber unserer Zeitung einen „wichtigen Schritt“, um den Investitionsstau in diversen Kommunen aufzulösen. „Die VW-Milliarde macht es möglich, schneller zu reagieren“, sagte sie. Und die nun angekündigte Unterstützung werde nicht alles sein. „Wir müssen noch mehr tun“, meinte die Wolfenbüttelerin. Im Januar könne man mit genaueren Ergebnissen einer Auswertung zu den sportpolitischen Notwendigkeiten im Land rechnen.

In diesem Sinne äußerten sich weitere Politiker aus der Region, wobei für die CDU der Landtagsabgeordnete Christoph Plett aus Peine die Wichtigkeit betonte, dass durch die gestaffelten Stichtage jede Kommune die Chance erhalte, von dem Programm zu profitieren.

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