Tattoo-Frage hat für Polizeigewerkschaft keine Priorität

Hannover  In Niedersachsen sind keine im kurzärmligen Diensthemd sichtbaren Tätowierungen erlaubt. Andere Länder haben vor kurzem ihre Vorschriften gelockert.

Der Polizeibeamte Enrico Burtz präsentiert am linken Oberarm eine Tätowierung. Diese kann nur erkannt werden, wenn der kurze Hemdsärmel in die Höhe rutscht.

Foto: Holger Hollemann/dpa

Der Polizeibeamte Enrico Burtz präsentiert am linken Oberarm eine Tätowierung. Diese kann nur erkannt werden, wenn der kurze Hemdsärmel in die Höhe rutscht. Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Lockerung der Tattoo-Vorschriften für Polizisten hat für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen keine oberste Priorität. „Uns geht es vielmehr darum, die Attraktivität des Polizeiberufs zu verbessern und für gute Arbeitsbedingungen sowie für notwendige Investitionen und Perspektiven zu sorgen“, sagte GdP-Sprecherin Angela Hübsch in Hannover. Derzeit sind in Niedersachsen keine im kurzärmligen Diensthemd sichtbaren Tätowierungen erlaubt, Abweichungen davon können allerdings laut Innenministerium mit dem jeweiligen Vorgesetzten abgesprochen werden.

Mehrere Länder haben vor kurzem ihre Vorschriften gelockert – so sind etwa in Berlin oder Baden-Württemberg bei Polizisten mittlerweile auch Tätowierungen auf den Unterarmen möglich. Allerdings dürfen diese nicht gewaltverherrlichend, sexistisch oder verfassungsfeindlich sein. In Niedersachsen wird dem Ministerium zufolge derzeit geprüft, ob eine neue Verwaltungsvorschrift zum äußeren Erscheinungsbild von Polizeibeamten notwendig wird. „Es wäre gut, wenn es eine gesetzliche Regelung gibt“, sagte Andreas Fengler, der sich 2014 nach über 20 Jahren bei der Polizei als Tätowierer selbstständig gemacht hat. dpa

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