Niedersachsens Internetverbindungen werden schneller

Hannover  Bund und Land fördern massiv den Breitbandausbau, doch vor allem auf dem Land gibt es noch Lücken bei der Versorgung mit schnellem Internet.

Verlegung von Glasfaser-Leerrohren. Die Versorgung mit schnellen Internet-Verbindungen in Niedersachsen macht Fortschritte.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Verlegung von Glasfaser-Leerrohren. Die Versorgung mit schnellen Internet-Verbindungen in Niedersachsen macht Fortschritte. Foto: Guido Kirchner/dpa

Die Versorgung mit schnellen Internet-Verbindungen geht voran. In Niedersachsen konnten nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 77,5 Prozent der Haushalte Mitte 2017 mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) surfen. Ein Jahr zuvor seien es noch 73 Prozent gewesen, teilte das Ministerium in Hannover mit und berief sich dabei auf eine Untersuchung des TÜV Rheinland. Auf Bundesebene waren es danach Mitte 2017 76,9 Prozent, Niedersachsen lag also knapp darüber. Der Stadtstaat Bremen erreichte sogar 93,6 Prozent.

Eine Internetverbindung von 100 Mbits/s war Mitte 2017 in 66 Prozent der niedersächsischen Haushalte verfügbar. Dabei sei die Versorgung in den städtischen Gebieten besonders gut, größere Versorgungslücken gebe es dagegen weiter in den ländlichen Gebieten, hieß es in Hannover. In 96,6 Prozent der Haushalte sei eine drahtlose Internetverbindung auf LTE-Basis verfügbar. „Die Daten und die Entwicklung sind zwar positiv, es ist aber noch sehr viel zu tun“, sagte ein Ministeriumssprecher. „Wir wollen den flächendeckenden Ausbau mit glasfaserbasierter Breitbandinfrastruktur bis in die Gebäude beschleunigen und bis spätestens 2025 Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als einem Gigabit pro Sekunde erreichen - und zwar überall in Niedersachsen.“

„Niedersachsen steht beim Breitbandausbau gut da“, sagte auch Nick Kriegeskotte, Bereichsleiter Telekommunikation beim Digital-Branchenverband Bitkom. Laut Wirtschaftsministerium hätten sich alle Landkreise um Förderung bemüht. „Eine Geschwindigkeit von 50 MBit wird für die Zukunft nicht reichen“, sagte Kriegeskotte. „Das Ziel muss eine flächendeckende Verfügbarkeit von gigabitfähigen Infrastrukturen sein“, forderte er. Dabei müsse auch der Mobilfunk mit einbezogen werden, da viele zukünftige Anwendungen auf mobile Anbindung angewiesen seien.

Mit einer LTE-Verfügbarkeit für fast 97 Prozent der Haushalte sei das Land im Bundesvergleich gut versorgt, meinte Kriegeskotte. Zukünftig könnten mit 5G auch im Mobilfunk noch deutlich höhere Datenraten und deutlich geringere Reaktionszeiten erreicht werden. Was hält er vom Vorhaben der Landesregierung, bis spätestens 2025 Geschwindigkeiten von mehr als einem Gigabit pro Sekunde zu erreichen? „Das ist ein ambitioniertes, aber richtiges Ziel“, sagte Kriegeskotte.

Auch Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen, hält 2025 für ausreichend. Das Zentrum berät Kommunen, Provider und Bürger beim Breitbandausbau. „Dafür wird sehr viel Geld benötigt - das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, für das eine schnelle Weichenstellung erforderlich wäre“, sagte er. „Voraussetzung wäre, dass dafür eine neue Beihilferegelung von der Bundesrepublik Deutschland bei der EU-Wettbewerbskommission schnell eingereicht wird und ein neues Förderprogramm für die Gigabit-Gesellschaft aufgelegt wird.“

Seit Januar 2016 hat die niedersächsische Landesregierung im Rahmen der Breitbandförderungsmittel nach Angaben des Wirtschaftsministeriums insgesamt 120 Millionen Euro bereitgestellt. 115 Millionen seien schon bewilligt oder befänden sich im Bewilligungsverfahren. Vom Bund flossen seitdem insgesamt 319 Millionen Euro für diesen Zweck ins Land. dpa

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