Atom-Stresstest in Asse, Salzgitter und Braunschweig

Berlin  Die Bundesregierung plant nach den Stresstests für Atomkraftwerke die Überprüfung aller Atommüll-Lager.

Die Bundesregierung will die Asse und alle weiteren Atommüll-Lager auf ihre Sicherheit überprüfen.

Die Bundesregierung will die Asse und alle weiteren Atommüll-Lager auf ihre Sicherheit überprüfen.

Foto: dpa

Mit der Überprüfung ist die Entsorgungskommission des Bundes beauftragt, gestern nannte das Bundesumweltministerium erste Einzelheiten: Die Experten-Gruppe soll alle bestehenden und geplanten Einrichtungen zur Behandlung, Zwischen- und Endlagerung von Atommüll auf ihre Sicherheitsvorkehrungen untersuchen – bis hin zum Schutz vor einem Flugzeugabsturz.

Nach Informationen unserer Zeitung soll in eine erste Welle des Stresstests bis Ende des Jahres auch das Unternehmen Eckert & Ziegler Nuclitec in Braunschweig einbezogen werden. Eckert & Ziegler bereitet radioaktive Abfälle für die Endlagerung vor. Pläne auch für die Bearbeitung von Atommüll aus der Asse sorgen seit längerem für Streit. Eine Stellungnahme des Unternehmens war nicht zu erhalten. Bürgerinitiativen fürchten, die Katastrophenschutzpläne für die Anlage in Braunschweig seien ungenügend.

In einer weiteren Welle soll dann in der Region auch das geplante Endlager Schacht Konrad in Salzgitter in die Prüfung einbezogen werden – und zumindest für die oberirdischen Bereiche auch das Endlager Asse, wie ein Sprecher der Entsorgungskommission gestern auf Anfrage erklärte. Einzelheiten stehen aber noch nicht fest. Mit der Sicherheit des Endlagers Asse ist die Kommission ohnehin schon befasst.

Hintergrund der Untersuchungen: Als Konsequenz aus der Atomkatastrophe von Fukushima haben Bund und Länder vereinbart, dass auch die Sicherheitsanforderungen für die Entsorgung von Atommüll neu bewertet und gegebenenfalls überarbeitet werden müssen. Zentrale Frage der ersten Prüfungen, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen: Sind die oberirdischen Lager und Betriebe sicher genug bei Katastrophen wie einem Flugzeugabsturz? Umweltorganisationen bezweifeln das seit langem. Dieser Teil des Stresstests betrifft vor allem die zentralen Zwischenlager in Ahaus, Gorleben, Greifswald und Jülich sowie die Zwischenlager an den Atomkraftwerken.

Unabhängig von dem Stresstest sollen alle Zwischenlager für hoch radioaktiven Atommüll mit meterhohen Mauern nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe besser zu sichern.

Entsorgungskommission (ESK)

Die ESK berät das Bundesumweltministerium in allen Fragen der Atommüll-Entsorgung. Die elf Mitglieder aus Wissenschaft und Technik werden vom Umweltministerium für drei Jahre berufen. Chef ist Michael Sailer vom Öko-Institut Darmstadt.

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