Kommentar

Das Pech erzwungen

„Der Hamburger SV ist ganz offenbar nicht erstligareif. Und auch Düsseldorf ist nicht grundlos gescheitert.“

Redakteur Frank Rieseberg

Ein Pokalspiel kann mit Glück gewonnen werden. Tagesform. Deshalb darf der Verlierer gern von Pech reden. Ein Titelgewinn oder ein Abstieg dagegen ist immer ein Spiegelbild einer ganzen Saison, eines ganzen Sportjahres. Und deshalb ist es kein Pech, dass der Hamburger SV wie im Vorjahr kläglich an der Rückkehr in die Fußball-Bundesliga gescheitert ist. Es mangelt an Qualität. Der HSV ist ganz offenbar nicht erstligareif.

Aus norddeutscher Sicht stellt sich diese Frage auch bei Werder Bremen, das zwar den Relegationsrang noch in letzter Stunde ergattert hat, aber den Abstieg erst noch sichern muss – in der Relegation gegen Nobody Heidenheim. Diese beiden Spiele sind wie Pokalduelle – Glück und Pech spielen mit. Wie schon am letzten Spieltag, als Werder sich in einen Rausch spielte, sensationell mit 6:1 den 1. FC Köln schlug und Düsseldorf ziemlich unerwartet noch rauskickte. Doch auch die Rheinländer sind nicht grundlos gescheitert...

Und doch stehen selbst Düsseldorfer, Hamburger und Bremer mitten im virtuellen Konfetti-Regen. Die ganze Fußball-Welt schaut schulterklopfend, aber auch neidisch auf die Bundesliga. Das Corona-Konzept ist aufgegangen. Ganz ohne empfindliche Störungen. Das hatte so kaum jemand erwartet. Und so dürften sich die Fans darauf einstellen, dass auch die nächste Saison ohne Verzögerung beginnt – natürlich erstmal auch ohne Zuschauer. Die Deutsche Fußball Liga hat bewiesen, dass Gladiatoren-Kämpfe auch zu Coronazeiten möglich sind.

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