Kommentar

Gifhorn versus Virus

„In Ehra-Lessien bewährt sich einmal mehr die Zusammenarbeit der Behörden mit ehrenamtlichen Helfern.“

In die Flüchtlingsunterkunft Ehra-Lessien ist das Corona-Virus eingeschleppt worden. Für den Landkreis Gifhorn ist das nach drei Wochen ohne Neuinfektionen ein Schock, allerdings kein heilsamer. Der Fall bestätigt jene Mahner, die unverdrossen vor der Heimtücke des Virus gemahnt haben. Festzustellen ist Stand Dienstagabend: Der Landkreis Gifhorn hat lehrbuchmäßig reagiert. Einmal mehr bewährt sich die Zusammenarbeit der Behörden mit ehrenamtlichen Helfern, angeführt von Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und Feuerwehr. Die Gesellschaft kann sich wie beim Flüchtlingsansturm 2015 oder nach der Grenzöffnung 1989 glücklich schätzen über deren professionelle Brillanz und bedingungslose Einsatzbereitschaft. Der Krisenstab zeigte sich ungeachtet kritischer Rückfragen der Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen vorbereitet. Dass der Kreis eine Isolierstation vorhält, zeugt von Vorausschau. Die klare Ansage der Kreis-Spitze, den lokal begrenzten Ausbruch nicht die Bevölkerung mit einem neuerlichen Lockdown ausbaden zu lassen, beweist Besonnenheit. Die beinahe reflexartige Kritik des Flüchtlingsrats an Sammelunterkünften für Flüchtlinge perlt am Kreis Gifhorn ab. Eine umfassend sanierte ehemalige Kaserne mit Einzel-Wohnblöcken ist weder unwürdig noch birgt sie bei regelkonformer Nutzung ein Infektionsrisiko. Umso mehr müssen sich nun die infizierten Bewohner prüfen und mit dem Gesundheitsamt kooperieren, um den Infektionsweg zu ermitteln.

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