Kommentar

Drama mit Happy End

„Wenn man Theater als bedeutend ansieht und sie subventioniert, macht es keinen Sinn, ihre Basis verdorren zu lassen.“

Die Landtagsabgeordneten der Region, aber auch alle anderen Köpfe, die sich für eine zeitgemäße Jugendspielstätte fürs Braunschweiger Staatstheater eingesetzt haben, feiern einen wichtigen Erfolg. Denn im Sommer stand das Theater noch vor einem Abgrund: Der Mietvertrag für die bisherige Jugendbühne war gekündigt worden – dennoch tauchten im Haushaltsentwurf keine Mittel für eine neue Spielstätte auf.

Das war politisch unklug. Denn gerade die Jugendbühne, die von vielen Schulklassen besucht wird, erfüllt den Auftrag des Landes, dass das Theater alle gesellschaftlichen Gruppen ansprechen müsse, am nachhaltigsten. Wenn man Theater – zurecht – als gesellschaftlich bedeutend ansieht und sie darum hoch subventioniert, macht es keinen Sinn, gerade ihre Basis verdorren zu lassen. Denn werden Kinder nicht früh an diese Kunstform herangeführt, werden sie als Erwachsene erst recht keine Schauspiele und Opern mehr besuchen. Schon jetzt fällt es den Häusern angesichts starker digitaler Unterhaltungskonkurrenz schwer, ihre Ränge halbwegs zu füllen.

Nach vielem Hin und Her werden die Mittel für den Umbau einer Proben- zur neuen Jugendbühne nun doch aus einem Topf beschafft, den vor zwei Jahren bereits die damalige rot-grüne Regierung im Blick hatte. So hätte man schneller verfahren können! Man muss den nun CDU-geführten Ministerien für Kultur und Finanzen aber lassen, dass sie jetzt über ihren Schatten gesprungen sind und offenbar solide geplant haben.

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