Kommentar

Kein rechtsfreies Netz

Der Braunschweiger Erfolg zeigt, dass es ohne Investitionen in Personal und Ausstattung nicht gehen wird.

Redakteur Dirk Breyvogel

Monatelang hatten speziell ausgebildete Kräfte der Braunschweiger Polizei in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft in Göttingen ermittelt, sie hatten Telefonate abgehört, Internet- und Kontobewegungen überwacht, Transaktionen aufgeschlüsselt – gestern meldeten die Ermittler Vollzug. Drei Tatverdächtige einer mit Schwerpunkt in Niedersachsen agierenden Bande, die sich auf Internetkriminalität spezialisiert hatte, sitzen in Untersuchungshaft. Sie sollen, stimmen die bisherigen Erkenntnisse, fast
400.000 Euro von Privatkonten erbeutet haben. Fremdes Geld, mit dem sie offenbar ihr Leben finanzieren wollten. Armselige Gestalten, die auf ein Leben in Luxus nicht verzichten wollen.

Es sind gute Nachrichten im Kampf gegen Kriminelle, die sich die Anonymität des Internets zunutze machen, um ihre dunklen Geschäfte zu betreiben. Sie fallen in eine Zeit, in der immer deutlicher wird, welche Möglichkeiten das Internet Kriminellen bietet. So ist es nicht nur zu einem Tummelplatz für Betrüger, sondern ein Ort geworden, an dem Terroranschläge oder politisch motivierte Morde maßgeblich vorbereitet werden.

Der Erfolg der Braunschweiger Fahnder zeigt, dass es im Ringen um staatliche Sicherheit auf der einen und den Schutz der persönlichen Freiheit des Einzelnen auf der anderen Seite ohne Investitionen in Personal und Ausstattung nicht gehen wird. Die Durchsetzung des Rechts im Netz gibt es nicht zum Nulltarif. Da unterscheiden sich die Spezialermittlungen in der virtuellen Welt nicht von der Polizeiarbeit auf der Straße.

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