Kommentar

Geldmaschine Fußball

„Angebot und Nachfrage regeln im Kapitalismus nun einmal die Preise, da bildet der durchkommerzialisierte Fußball keine Ausnahme.“

Redakteur Daniel Mau

Die Aussage von Dieter Hecking ist klar, deutlich und kaum anzufechten. „Ich finde, dass die Gehälter zu hoch sind und dass die Ablösesummen zu hoch sind“, sagt der Trainer des Hamburger SV über das Fußball-Geschäft. Er galt schon immer als Paradeexemplar von Bodenhaftung. Ob in Hannover, in Nürnberg oder auch beim VfL Wolfsburg, der nicht gerade als ein Klub mit einem niedrigen Gehaltsniveau gilt, nahm man dem 55-Jährigen ab, dass er das normale Leben trotz Profi-Blase nicht aus den Augen verloren hat.

Es ist aber auch nicht wirklich neu, was Hecking da sagt. In schöner Regelmäßigkeit wird die Diskussion über Gehälter und Ablösesummen im Profi-Fußball angestoßen, und das nicht selten von einem der Protagonisten, der sich dort eine goldene Nase verdient. Das macht Heckings Einwand und den anderer nicht weniger richtig und wichtig, eine Veränderung ist jedoch nicht in Sicht. Angebot und Nachfrage regeln im Kapitalismus nun einmal die Preise, da bildet der durchkommerzialisierte Fußball keine Ausnahme. Eine freiwillige Selbstbeschränkung der Branche würde gegen Neiddebatten sicherlich helfen, ist aber eher unrealistisch. Selbst mit einem Anfang, wie mehr Transparenz, tun sich die Profi-Klubs ja schwer. Der Satz „Über die Ablösemodalitäten wurde Stillschweigen vereinbart“, gilt ihnen – fast wie bei der Mafia – als Ausdruck von Seriosität.

Die Fans, die meckern, haben es aber selbst in der Hand. Kauft weniger Trikots und Tickets, dann sinken auch die Gehälter eurer Stars.

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