SPD-Fraktion will mehr Corona-Testzentren in Niedersachsen

Hannover.  Es fehle an Anlaufstellen, sagt der Gesundheitspolitiker Uwe Schwarz. Auch Schnelltests müssten mehr genutzt werden.

In einen Ganzkörper-Schutzanzug gekleidet ist ein Mitarbeiter eines Corona-Testzentrums auf dem Messegelände in Marburg. In einem "Drive-In" werden Autofahrer hier direkt aus dem PKW heraus getestet. Die SPD im niedersächsischen Landtag fordert mehr Testzentren in Niedersachsen.

In einen Ganzkörper-Schutzanzug gekleidet ist ein Mitarbeiter eines Corona-Testzentrums auf dem Messegelände in Marburg. In einem "Drive-In" werden Autofahrer hier direkt aus dem PKW heraus getestet. Die SPD im niedersächsischen Landtag fordert mehr Testzentren in Niedersachsen.

Foto: Foto: Boris Roessler / dpa

Corona-Testzentren, das gezielte Einsetzen von Schnelltests auch jenseits von besonderen Bevölkerungsgruppen, Modernisieren der Corona-Warn-App: Der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Uwe Schwarz, sieht einige Möglichkeiten, um das weitere Ausbreiten des Coronavirus zu bremsen und ein Leben mit der Pandemie zu erleichtern. Außerdem setzt er sich zur Entlastung der Hausärzte dafür ein, die Grippeschutzimpfung auch über die Apotheken abzuwickeln. Niedersachsen sei dafür als Modellregion vorgesehen, betont der SPD-Politiker.

„Wir haben nicht ausreichend Anlaufstellen“, sagt Schwarz zum Thema Corona-Tests. Rund die Hälfte aller Arztpraxen biete sie gar nicht an, viele weitere nicht ohne das Vorliegen von Symptomen. Das bringt zum einen aber jene in Schwierigkeiten, die sich aus beruflichen Gründen - etwa vor Dienstreisen - freitesten lassen müssen. Zudem blieben so viele Fälle unerkannt. Dazu kommt laut Schwarz, dass die örtlichen Gegebenheiten, also die Räumlichkeiten der Praxen, oft gar nicht geeignet seien. Wer sich privat umhört, erfährt immer wieder von Fällen, in denen Verdachtsfälle - etwa aufgrund einer Warnung der Corona-App - über 15 Minuten in einem kleinen Wartezimmer zusammen waren oder ein Trennen zu den anderen Praxisräumen nicht möglich war.

„Möglichkeiten reichen nicht aus“

Abhilfe sieht Schwarz im Aufbau von Testzentren durch die Kassenärztliche Vereinigung - wie es während der ersten Welle der Pandemie der Fall gewesen sei. „Die KV ist originär zuständig“, sagt der Landtagsabgeordnete. Statt dessen würden nun aber von den Gesundheitsbehörden in niedersächsischen Hotspots mobile Testzentren mit Partnern wie dem DRK und den Johannitern aufgebaut. Diese rechneten dann die Tests über die KV ab. „Ich erwarte, dass mehr getestet werden kann“, sagte Schwarz. Dies auf die Praxen zu übertragen, habe sich in der zweiten Welle nicht bewährt. Hier habe die KV auch einen Sicherstellungsauftrag. Sie müsse möglichst schnell für landesweite Testzentren sorgen. Es reiche bei weitem nicht aus, auf Testmöglichkeiten etwa beim Flughafen Hannover zu verweisen.

Einige Hoffnung setzt der erfahrene Gesundheitspolitiker auch auf die neue Generation von Schnelltests. Diese sollten eine deutlich niedrigere Fehlerquote haben, sagte Schwarz. Er spricht von rund zehn Prozent - ein allerdings immer noch beträchtlicher Wert. Diese Tests, grundsätzlich zu vergleichen etwa mit Schwangerschafts- und Urintests, böten Entlastung insbesondere bei asymptomatischen Testungen. „Warum sollte man nicht im Theater am Eingang einen solchen Test machen?“, so Schwarz. Drinnen würden die Hygieneauflagen dann in jedem Fall ja weiter gelten - so dass selbst ein Fehltest keinen „Spreader“-Event auslöst. Schwarz sieht eine deutliche Risikominimierung und damit verbunden die Chance, mit zunehmender Verfügbarkeit der Tests über Gruppen wie Altenpfleger und medizinisches Personal hinaus für jedermann einfache Testmöglichkeiten zu schaffen. Positiven Befunden müssten dann weitere Tests folgen.

Warn-App ausbauen

Die Warn-App müsste nach seiner Einschätzung mit den Gesundheitsämtern gekoppelt sein, also insbesondere positive Tests dorthin melden. „Wir brauchen eine App, die praxistauglich ist“, sagt der SPD-Politiker. Bisher muss ein positiv Getesteter den Befund selber in die App eingeben - wenn er das will. Grippeimpfungen, nachgefragter denn je, sollten laut Schwarz auch in der Apotheke erfolgen - möglich ist das laut Schwarz laut Bundesgesetz in der Modellregion Niedersachsen - allerdings nur für AOK-Versicherte in jenen Apotheken, die nach Schulungen bei dem Projekt mitmachen.

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