57 Kleinbusse für abgelegenere Orte in der Region

Braunschweig.  Sie sollen bei Bedarf dort fahren, wo sich ein Linienbus nicht lohnt. Der 30-Minuten-Takt zwischen Braunschweig und Gifhorn soll kommen.

Unscheinbar, aber wirkungsvoll: Der Regionalverband beschafft 57 solcher Kleinbusse im Wert von 7,2 Millionen Euro. Sie sollen dort nach Bedarf fahren, wo ein Linienverkehr sich nicht lohnt.

Unscheinbar, aber wirkungsvoll: Der Regionalverband beschafft 57 solcher Kleinbusse im Wert von 7,2 Millionen Euro. Sie sollen dort nach Bedarf fahren, wo ein Linienverkehr sich nicht lohnt.

Foto: Regionalverband Großraum Braunschweig

Wenn es um gleiche Lebensverhältnisse geht, ist sprichwörtlich vom abgehängten ländlichen Raum die Rede. Was den öffentlichen Nahverkehr in unserer Region betrifft, soll es Verbesserungen geben. Der Regionalverband Großraum Braunschweig will in den nächsten Jahren 57 Kleinbusse anschaffen, um die Gemeinden zwischen Harz und Heide anzufahren, in denen sich ein Linienverkehr nicht lohnt. Die Verbandsversammlung des Regionalverbands beschloss am Donnerstagabend dazu die Gründung einer eigenen GmbH als Fahrzeugpool.

Strukturschwächere Räume – wie zum Beispiel Teile des Landkreises Helmstedt oder den nördlichen Teil des Landkreises Gifhorn – sollen profitieren. Künftig sollen die Kleinbusse auf Bedarf dort fahren. Die Busse kosten 7,2 Millionen Euro. Der Regionalverband hofft, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) 40 Prozent der Kosten übernimmt. Übernimmt die LNVG die Kosten nicht, will der Verband das Geld komplett aus eigener Tasche zahlen.

Der Verband brachte weitere Verkehrsprojekte auf den Weg:

30-Minuten-Takt zwischen Braunschweig und Gifhorn: Ab Dezember gibt es auf der wichtigen Nord-Süd-Achse den sehnlich erwarteten Stundentakt. Dafür waren Umbauten am Kreuzungsbahnhof in Rötgesbüttel im Kreis Gifhorn notwendig. Somit gibt es auf sämtlichen Zugstrecken in der Region mindestens einen Stundentakt im Nahverkehr. Zwischen Gifhorn und Braunschweig soll es perspektivisch einen 30-Minuten-Takt geben. Die Verbandsversammlung beschloss einen Planungsvertrag mit der DB Netz AG. Alleine diese Planungsleistungen kosten 750.000 Euro. „Das ist der Startschuss für eine weitere Taktverdichtung“, sagte Julia Retzlaff von der SPD. Die Region entwickele sich dynamisch.

Die Grüne Nicole Wockenfuß erhofft sich eine Entlastung für die stark befahrene B4. Es dauerte jahrelang, bis der Stundentakt im Dezember kommt. „Gifhorns Bürgermeister sagte meinem Sohn, als er in der Pubertät war: ‘Bald kannst du am Wochenende stündlich mit dem Zug nach Braunschweig in die Disko fahren.’ Das war aber schon 2006.“ Mal war es der Naturschutz, mal das fehlende Geld, das der Taktverdichtung im Wege stand.

Landesbedeutsame Buslinien: Ausbauen will der Regionalverband auch den Busverkehr in unserer Region. Und zwar dort, wo es zusätzlichen Bedarf, aber keine Zugverbindungen gibt. Sogenannte Landesbedeutsame Buslinien will das Land Niedersachsen stärker in den Fokus rücken. In unserer Region ist bei beiden dieser Buslinien Wolfsburg der Profiteur.

Einerseits geht es um die Strecke Wolfsburg – Helmstedt, andererseits geht es über die Grenzen der Region hinaus um die Strecke Wolfsburg – Klötze – Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Mehr Busse sollen unter der Woche und am Wochenende fahren, sie sollen moderner sein, zum Beispiel über WLAN verfügen und besser mit dem Zugverkehr in Wolfsburg verknüpft werden. Das Umsteigen vom Bus auf die Bahn und umgekehrt soll besser möglich werden, indem die Fahrtzeiten synchronisiert werden.

Alleine auf der Strecke Wolfsburg – Helmstedt kosten die Verbesserungen 350.000 Euro pro Jahr. Die Kosten auf der Strecke Richtung Sachsen-Anhalt teilen sich die beiden Bundesländer und der Altmarkkreis Salzwedel.

Referent für den Direktor: Für etwas Aufregung sorgten Anträge des neuen Verbandsdirektors Ralf Sygusch. Er ließ sich grünes Licht für die Schaffung einer Stelle des persönlichen Referenten und zweier weiterer Mitarbeiter geben, die mit strategischen Aufgaben betreut werden sollen. Außerdem hat er sporadische Nebentätigkeiten angemeldet. Gunnar Scherf (AfD) sagte mit Blick auf den Stellenzuwachs: „Da fragen wir uns schon, wie der Vorgänger Hennig Brandes die Arbeit geschafft hat.“

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