Fülle des Wohllauts

Braunschweig  Staatstheater-Bariton Vincenzo Neri sang Robert Schumanns Romanzen und die Hölderlin-Lieder von Viktor Ullmann.

Vincenzo Neri.

Vincenzo Neri.

Foto: Theater

Von solchen Stimmen lässt sich träumen. Vincenzo Neri ließ in seinem Liederabend „Da kam das alte Träumen“ einen wunderbar entwickelten, weich strömenden, auch mal kraftvoll aufgehenden Bariton hören, der mühelos zarte Höhen erklimmt und in den Tiefen füllig wärmt. Eine Stimme, wie gemacht für Robert Schumanns Romanzen, mit denen er seine Geliebte Clara umschmeichelte.

Gestalterisch freilich dürfte der junge Sänger noch einiges zulegen. Der romantische Fernblick passt nicht zu allen Liedern und gewiss nicht zu Heines dramatischer Ballade „Belsazar“. Der letzte Satz von seiner Ermordung muss schauern machen.

Sehr gut traf Neri den Duktus der freitonal erzählten Hölderlin-Lieder des im KZ ermordeten Komponisten Viktor Ullmann. In Schumanns Liederkreis op. 24 ging er auch mehr aus sich heraus, bildete das Treiben in Nr. 2 energisch ab, sang ergreifend „Ich wandelte unter Bäumen“, exzellent begleitet von Christopher Lichtenstein. Valeska Stern moderierte informativ, aber das Gespräch mit Neri fehlte. Dieser persönliche Ansatz war doch der Reiz der neuen Lieder-Reihe?

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