60 Frauen stiften neuen Preis für Braunschweiger Filmfest

Braunschweig.  „Die Tilda“ ist auf 5000 Euro dotiert und richtet sich an Regisseurinnen. Das Preisgeld stammt von 60 Frauen aus Braunschweig und Umgebung.

Die Stifterinnen des Preises haben in Eigenarbeit über Namen des Preises, die Richtlinien und die Aufstellung der Jury entschieden.

Die Stifterinnen des Preises haben in Eigenarbeit über Namen des Preises, die Richtlinien und die Aufstellung der Jury entschieden.

Foto: Frank Terhorst

Hier fehlt etwas. Diesen Eindruck hatte Cornelia Rohse-Paul bei der Eröffnung des 32. Internationalen Filmfestivals 2018 in Braunschweig. Keiner der Preise richtete sich an Frauen. Das wollte sie ändern. Und sprach weibliche Filmfans an. Rund 60 von ihnen haben sich nun zusammengetan und einen neuen Preis ins Leben gerufen: „Die Tilda“.

Der Preis richtet sich an Regisseurinnen am Anfang ihrer Laufbahn. Frauen seien in der Filmbranche nach wie vor unterrepräsentiert, und Filme von Frauen bekämen häufig nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, so die Stifterinnen. Das sei auch gerade wieder bei den Filmfestspielen in Venedig deutlich geworden: Von 21 Filmen in der Hauptkategorie haben nur bei zweien Frauen Regie geführt.

„Der Preis soll auch ein politisches Statement sein“, sagt Preisstifterin Wibke Westermeyer. In der Förderung von Frauen im Filmgeschäft gebe es noch viel Luft nach oben. Was die Stifterinnen auch zeigen wollen: Frauen können Frauen fördern. Denn genau das fehlt in ihren Augen häufig. Gemeinsam haben sie über den Namen des Preises, die Richtlinien und die Aufstellung der Jury diskutiert. Und sind zu einem Konsens gekommen: Der Preis soll Diversität sichtbar machen.

Das gilt für das Genre, Handlung und die Art des Erzählens. Aber auch für die Regisseurinnen selbst. Der Preis richtet sich an Frauen jeglicher Herkunft, Hautfarbe und sexueller Orientierung. Auch die fünfköpfige Jury besteht aus Frauen.

Nominiert sind sechs Filme aus dem ansonsten noch geheimen Filmprogramm: „Adam“ von Maryam Touzani (Marokko), „Love Mobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss (Deutschland), „Mein Ende, dein Anfang“ von Mariko Manoguch (Deutschland), „She’s Missing“ von Alexandra McGuiness (Irland), „Song Without a Name“ von Meline Léon (Peru) und „The Third wife“ von Ash Mayfair (Vietnam).

Für mindestens drei Jahre soll es den auf 5.000 Euro dotierten Preis geben. Er wird am 23. November verliehen. Weitere Unterstützerinnen können sich anschließen.

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