Braunschweig. Unter dem Motto „Theater braucht Bühne“ soll am 23. April die schwierige Lage der freien Theaterszene in den Fokus gerückt werden.

Mit einer Auftaktkundgebung auf dem Kohlmarkt und einem Demonstrationszug durch die Innenstadt will die freie Theaterszene am frühen Dienstagabend, 23. April, auf ihre aktuell schwierige Lage aufmerksam machen. Ihre beiden wichtigsten Auftritts- und Probenorte sind nach der Insolvenz des traditionsreichen LOT-Theaters und der Dachorganisation Freie Spielstätten Braunschweig gGmbH abrupt weggefallen.

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Organisiert wird die Demonstration von Studierenden des Darstellenden Spiels an der HBK Braunschweig. Laut Merle Delling, einer der Mitorganisatoren, war insbesondere das Stammhaus LOT-Theater in der Kaffeetwete ein wichtiger Praxis-Ort für die Studierenden. Dort habe man eigene Stück- und Performance-Projekte aufführen und Bühnenerfahrungen sammeln können. Zudem sei es ein wichtiges Haus gewesen, um mit professionellen freien Gruppen in Kontakt zu kommen. Auch für Studierenden-Theater-Festivals wie das für Anfang Juli geplante Rene-Festival sei das LOT die entscheidende Spielstätte gewesen.

Der Braunschweiger Kulturrat schaltet sich ein

„Neben uns gibt es viele andere Institutionen und Personengruppen, für die die aktuellen Geschehnisse ein schwerer Schlag sind“, erklärt Merle Delling. Auf der Kundgebung sollten auch sie zu Wort kommen. „Gleichzeitig sehen wir die Chance, auch mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen, um viele verschiedene Meinungen und Wünsche zusammenzutragen.“ Die Auftaktkundgebung soll um 17.30 Uhr auf dem Kohlmarkt beginnen. Nach einem Demozug durch die Innenstadt sei eine Abschlusskundgebung auf dem Platz der deutschen Einheit geplant.

Auch der kürzlich gegründete Braunschweiger Kulturrat meldet sich in Sachen LOT zu Wort: „Wir bedauern, dass das LOT aufgrund eines Insolvenzverfahrens schließen muss. Das LOT-Theater hat sich in fast drei Jahrzehnten als ein vitaler kultureller Knotenpunkt etabliert, der Raum für kreative Entfaltung, Innovation und kritische Reflexion bietet“, heißt es in einem Statement des Vorstands. „Wir appellieren daher an die Verantwortlichen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das LOT-Theater zu erhalten“, so die Sprecher Ellen Brüwer und Andreas Bucklisch. „Wir wünschen uns, dass der Trägerverein, nach einer internen Veränderung, eine neue Chance bekommt, die Dinge zukunftsfähig zu gestalten.“ Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die kulturelle Vielfalt und die Freiheit der Kunst in der Gesellschaft geschützt und gefördert würden.

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