Wolfsburg. Das Kunstmagazin „Art“ zeichnet Kunstmuseums-Direktor Andreas Beitin und Co-Kuratorin Elena Engelbrechter für „Re-Inventing Piet“ aus.

Von März bis Juli 2023 spürte die Ausstellung „Re-Inventing Piet. Mondrian und die Folgen“ im Kunstmuseum Wolfsburg dem globalen Einfluss des neoplastischen Werkes des niederländischen Künstlers Piet Mondrian (1872-1944) nach. Und das aus der Sicht einer prominent besetzten Jury des Kunstmagazins „art“ sehr überzeugend. Unter allen Ausstellungen des vergangenen Jahres in Deutschland, Österreich und der Schweiz kürten sie „Re-Inventing Piet“ zur besten Ausstellung des Jahres.

Am Mittwochabend wurde Wolfsburgs Kunstmuseums-Direktor Andreas Beitin als Ideengeber und Kurator sowie Co-Kuratorin Elena Engelbrechter dafür der „art“-Kuratorenpreis verliehen. Gemeinsam erhielten sie im Kölner Auktionshaus Van Ham die neue Preisskulptur des Düsseldorfer Künstlers Jan Albers. Die Laudatio hielt der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich. „Dass mit der Ausstellung beides gelungen ist, sich Mondrian indirekt zu nähern und nicht einmal die heftigsten konsumistischen Profanisierungen seines Werks auszusparen, dann aber doch ganz neu staunende Bewunderung für ihn entstehen zu lassen – das finde ich großartig und absolut preiswürdig“, lobte Ullrich.

Kleider von Yves Saint Laurent als Hommage an Piet Mondrian (1965) in der Wolfsburger Ausstellung.
Kleider von Yves Saint Laurent als Hommage an Piet Mondrian (1965) in der Wolfsburger Ausstellung. © Kunstmuseum | Marek Kruszewski

Warum „art“-Chefredakteur Tim Sommer Beitin und Engelbrechter lobt

„Art“-Chefredakteur Tim Sommer erklärte: „Andreas Beitin und Elena Engelbrechter haben sich am Ende der Jury-Diskussion durchgesetzt, weil ihre perfekt inszenierte und mit einem großartigen Katalog begleitete Schau der Wirkung einer so bekannten und durchgesetzten Figur der Moderne wie Piet Mondrian so vielfältige und wirklich überraschende Facetten entlockt hat. ,Re-Inventing Piet. Mondrian und die Folgen‘ im Kunstmuseum Wolfsburg war ein ästhetisches und intellektuelles Vergnügen ersten Ranges.“

Anhand von rund 150 Kunstwerken und Objekten hatte die Ausstellung einen Einblick in das Hauptwerk des Avantgardisten Mondrian gegeben – und darüber hinaus gezeigt, wie einflussreich es war. Kaum eine andere künstlerische Position im 20. und 21. Jahrhundert wurde so oft und so vielfältig zitiert, kopiert, variiert oder persifliert – von der Mode, der Werbung, der Architektur, dem Design und vor allem von der Kunst selbst.

Wolfsburger Bürgerinnen und Bürgern steuerten Alltagsgegenstände im Mondrian-Design zur Ausstellung bei.
Wolfsburger Bürgerinnen und Bürgern steuerten Alltagsgegenstände im Mondrian-Design zur Ausstellung bei. © regios24 | Darius Simka/regios24

Ausstellung des Jahres 2023 – diese Jury kürte sie

„Für die Auszeichnung bin ich sehr dankbar und sie freut mich natürlich sehr, da ich die Ausstellungsidee schon seit vielen Jahren verfolge und sie bei uns im Kunstmuseum Wolfsburg nun endlich umsetzen konnte“, sagte Beitin und dankte seinem Team sowie allen Förderern und Partnern. Elena Engelbrechter erklärte, dass zum Erfolg der Ausstellung auch die partizipativen Formate der Kunstvermittlung beigetragen hätten.

Das größte europäische Kunstmagazin „art“ hat den Kuratoren-Preis zum sechsten Mal vergeben. Der Jury gehörten dieses Jahr Kathleen Rahn (Museum Marta Herford), Christoph Grunenberg (Kunsthalle Bremen), Brigitte Kölle (Hamburger Kunsthalle), Stefan Koldehoff (Deutschlandfunk) und Tim Sommer („art“) an.

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Der Ausstellungskatalog mit einer Einleitung von Andreas Beitin sowie Texten von Friedrich von Borries, Nancy J. Troy, Wolfgang Ullrich und anderen wurde von der Stiftung Buchkunst als eines der schönsten deutschen Bücher des Jahres 2023 nominiert. Die Ausstellung war nach Wolfsburg im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen am Rhein zu sehen.

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