Braunschweig. Hinein in den Kopf eines Schriftstellers, der in einen historischen Fall abtaucht: So ist „Mädchenmörder :: Brunke“ im Staatstheater.

Ein Mensch hat sich verrannt, völlig. Thomas Brasch (1945-2001), Schriftsteller, Filmemacher und DDR-Dissident. In den 1970er Jahren ein Dorn im spießigen Regime des Staates, dessen sozialistische Utopie er eigentlich schätzt. In den 80ern, nach der erzwungenen Ausreise, ein unbequemer linker Intellektueller im Westen. Doch als die DDR implodiert, seines Lebensthemas beraubt. Bis er einen neuen faszinierenden, literarisch fruchtbaren Gegenstand gefunden zu haben meint: den ominösen Kriminalfall des Braunschweiger Banklehrlings Karl Brunke, der im Jahr 1905 zwei Mädchen angeblich auf deren Verlangen hin erschoss.