Corona-Perspektiven – Veranstalter Christopher Nimz hat Mut

In der Reihe Corona-Perspektiven erzählen Kulturschaffende der Region von ihren Sorgen, Ängsten, Ideen. Heute: der Veranstalter Christopher Nimz.

Christopher Nimz arbeitet als Künstler-Manager und engagiert sich im Verein Musiksommer Braunschweiger Land.

Christopher Nimz arbeitet als Künstler-Manager und engagiert sich im Verein Musiksommer Braunschweiger Land.

Foto: Nimz / Privat

Kulturschaffende trifft die Corona-Krise besonders hart. Ihre Lebensgrundlage ist das Publikum, und Publikum darf derzeit nur sehr eingeschränkt zusammenkommen. Es scheint nicht so, dass sich das bald ändert. In unserer Serie Corona-Perspektiven sprechen Künstler und Veranstalter offen über ihre Lage, ihre Sorgen, Ideen und Wünsche. Heute: Christopher Nimz aus Helmstedt vom Verein „Musiksommer Braunschweiger Land“ .

2020 sollte unser Festival „Jung – klasse – Klassik – Der Musiksommer im Braunschweiger Land“ zum bereits neunten Mal stattfinden. Im Februar waren wir, was die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler, Ensemble und Spielstätten anbelangt, weitestgehend fertig mit unserer Planung. Dann kam Corona, und von einem Tag auf den anderen mussten alle Planungen über den Haufen geworfen werden.

Lange Zeit haben wir gehadert, ob das Festival überhaupt stattfinden kann. Denn Veranstaltungen unserer Größenordnung, also Kammermusikkonzerte in meist überschaubaren Veranstaltungsorten, rechnen sich selbst unter den gelockerten Corona-Richtlinien kaum. Natürlich haben wir als gemeinnütziger Verein, der einen Großteil seines Festival-Budgets über Fördergelder und Spenden deckt, nicht die Probleme, die kommerzielle Veranstalter haben. Nichtsdestotrotz müssen wir einen gewissen Eigenanteil vorweisen, um in den Genuss von Zuschüssen zu kommen.

Schließlich haben wir entschieden, das Festival auf zwei Open-Air-Veranstaltungen in der Burg Warberg zu beschränken, weil wir dort Platz für viel mehr Publikum als in irgendwelchen Sälen haben. Die größte Herausforderung für uns ist die Umsetzung der Hygieneregeln. Für einen kleinen Veranstalter wie uns ist das mit einem hohen Organisations- und Personalaufwand verbunden. Trotz aller Herausforderungen freuen wir uns riesig darüber, endlich wieder Live-Musik erleben zu können. Was die Zukunft bringt, wird sich zeigen. Wir hoffen, dass wir unser zehnjähriges Bestehen im nächsten Jahr wieder vollumfänglich feiern können.

Als ehrenamtlich organisierter Verein stehen für uns glücklicherweise keine Existenzen auf dem Spiel. Für viele Künstlerinnen und Künstler jedoch schon. Daher hoffen wir, dass immer mehr Veranstalter mutig sind und wieder Konzerte durchführen, um allen von der Corona-Krise hart getroffenen Musikern wieder eine Bühne und ein entsprechendes Honorar bieten zu können.

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